Inhalt
Datum: 24.11.2025

Städte Brakel und Nieheim: Errichtung neuer Ruheliege

In einer gemeinschaftlichen Aktion haben die Städte Brakel und Nieheim unmittelbar am Emderbach eine neue Ruheliege errichtet, die zum Verweilen einlädt. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über die alte Helleweide bis hin zu den angrenzenden Wäldern. Die Bürgermeister der beiden Städte freuen sich über den Abschluss dieses gemeinsamen Projektes.

An diesem Ort kann man die Schönheit und die Ruhe dieses Ortes genießen

"Fern dem lauten Weltgetriebe,
Lieblich in des Waldes Tal,
Liegt die Emde still und andächtig,
Lindenkronen wölben prächtig,
Und des Bächleins Silberstreifen
Spiegelt sich im Sonnenstrahl."

Mit diesen Versen beschrieb Josef Stamm aus Erwitzen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Emde – ein ganz besonderes Fleckchen Erde südlich von Erwitzen, mitten im Wald. Die Emde ist eine alte Siedlungsstelle auf einer weitläufigen Waldlichtung, deren letzte historischen Gebäude noch bis vor wenigen Jahren bewohnt waren. Ursprünglich war die „Helleweide“ Standort einer Glashütte, die in ihrer Blütezeit von mehreren Wohn- und Wirtschaftsgebäuden umgeben war. Die letzten alten Häuser wurden im Spätsommer 2025 abgerissen. Heute zeugt nur noch ein in den 1980er- Jahren errichtetes Fachwerk-Ferienhaus von der jüngeren Geschichte des Ortes.

Weiteres gemeinsames Projekt der Städte an der Emde konnte abgeschlossen werden

Wer die Emde noch vor wenigen Jahren erlebte, erinnert sich an einen Ort von beinahe mystischer Ausstrahlung. Und wer heute zur Ruhe kommen möchte, findet nun eine neue Möglichkeit dazu: Die Städte Brakel und Nieheim haben gemeinsam eine Ruheliege unmittelbar am Emderbach errichtet. Von dort eröffnet sich ein weiter Blick über die alte Helleweide bis hin zu den angrenzenden Wäldern. Brakels neuer Bürgermeister Alexander Kleinschmidt zeigt sich begeistert: „Der Standort direkt am Emderbach mit Blickrichtung Südwesten hätte zur Entspannung nicht besser gewählt werden können. Wer sich hier niederlässt, kann die Schönheit und die Ruhe dieses Ortes in vollen Zügen genießen.“ Nieheims Bürgermeister Johannes Schlütz verbindet mit der Emde persönliche Erinnerungen: „Der Weg zur Emde – aus welcher Richtung auch immer – und die Emde selbst faszinieren mich seit Kindheitstagen. Seit genau 24 Jahren wandern wir jedes Jahr zu Silvester mit der ganzen Familie über die Emde zum Landgasthaus Nolte in Erwitzen und weiter nach Holzhausen. Diese Tradition ist für uns immer wieder ein außergewöhnliches Erlebnis.“

Bereits im vergangenen Jahr hatten die beiden Städte ein weiteres gemeinsames Projekt an der Emde abgeschlossen: Die Brücke, die die Siedlungsstelle mit Erwitzen verbindet und den Emderbach quert, wurde erneuert. Die Vorgängerbrücke war 1993 von der Jugendfeuerwehr Brakel letztmalig ausgebessert worden und zuletzt deutlich in die Jahre gekommen. Die Arbeiten übernahmen zu gleichen Teilen der Bauhof der Stadt Brakel, mehrere engagierte Einwohner aus Erwitzen sowie Bürgermeister Johannes Schlütz selbst. Das benötigte Holz stellten sowohl die Stadt Brakel als auch Freiherr Johann von der Borch aus Holzhausen zur Verfügung. Die Bearbeitung der Bohlen und Geländerteile erfolgte durch den Zimmereibetrieb Moritz Freitag in Holzhausen – ebenfalls unentgeltlich. Direkt an der Brücke befindet sich ein alter Grenzstein, ein sogenannter Schnatstein. Er markierte einst die Grenze zwischen den Gemarkungen der früheren politischen Gemeinden Erwitzen und Hinnenburg – und damit auch die historische Besitzgrenze zwischen der Familie von Asseburg im Süden und der Familie von der Borch im Norden. Nieheims Stadtheimatpfleger Uli Pieper erläutert: „Der heute zu etwa zwei Dritteln in der Erde verschwundene Sandstein ist zweifellos ein historischer Grenzstein. Vermutlich war er ursprünglich mit den Wappen beider Adelshäuser versehen, die sich heute jedoch unter der Erdoberfläche befinden oder im Laufe der Zeit verloren gegangen sind.“

Zeilen aus der zweiten Strophe seines Gedichts „Die Emde“, die die Stimmung des Ortes und den Blick von der neuen Ruheliege treffender kaum einfangen könnten:

"In der goldenen Sonnenhöhe kreist der Bussard,
welche Pracht! Schaufler, Keiler, Fuchs und Rehe sagen sich hier gute Nacht.
Friede, welches geheime Wesen, lagert über Wald und Flur, 
Darin kann man hier noch lesen in dem Buche der Natur."