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Bellersen

Bellersen liegt im einmalig schönen Bruchttal am Rande ausgedehnter Waldungen. Unter dem Leitgedanken "Natur und Kultur auf dem Dorf" präsentiert sich der staatlich anerkannte Erholungsort Bellersen mit Sehenswertem rund um die Dorferneuerung. Gefördert durch das Land hat man sich ganz dem naturnahen und sozialverträglichen Fremdenverkehr gewidmet.

Geschichte

Erstmals um 1015 schriftlich erwähnt, ist Bellersen allerdings wahrscheinlich weitaus älter und wurde schon um das Jahr 800 gegründet. Die Ortschaft ist eine der ältesten urkundlich bezeugten Kirchorte des Bistums Paderborn. 1999 wird Bellersen zum staatlich anerkannten Erholungsort. Im Jahr 2000 ist Bellersen Teil des Projektes "Dorf der Zukunft" und erhält zudem die Silbermedaille beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden - Unser Dorf hat Zukunft". Durch weitere Teilnahmen an dem Landeswettbewerb erringt Bellersen in 2003 die Goldmedaille und 2004 nochmals die Silbermedaille.

Wissenswertes

Literaturfreunde wissen, dass Bellersen als "Dorf B." in der Novelle der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff "Die Judenbuche" aus dem Jahr 1842 internationale Berühmtheit erlangt hat. Bis heute konnte sich das Werk weltweit über 15 Millionen mal verkaufen lassen und wurde in viele Sprachen übersetzt. An der malerischen Schönheit der Ortslage inmitten der grünen Waldschlucht, die Annette von Droste-Hülshoff in ihrer Novelle beschreibt, hat sich bis heute nichts geändert.

Unter dem Leitgedanken "Natur und Kultur auf dem Dorf" präsentiert sich Bellersen als "Tourismus-Musterdorf" des Landes NRW. Der Gast findet hier beispielsweise einen "Erlebnislehrpfad zur Entfaltung der Sinne" nach Hugo Kückelhaus, einen "Agrarhistorischen Rundwanderweg" oder kann im Werkhaus und im Kreativhof seine Kreativität ausleben. Dorfteich, Wassertretbecken, Reit- und Wanderwege sowie Radwege prägen das idyllische Landschaftsbild. Radfahrer können von Bellersen aus viele schöne überregionale Radwege erreichen. Auch für Campingfreunde hält Bellersen eine Besonderheit bereit, denn der wunderschön im Grünen gelegene Wohnmobilhafen "Mühlengrund" freut sich auf Gäste mit Wohnwagen oder Wohnmobil.

Reizvoll ist der dörfliche Zusammenhalt und das Engagement der Bevölkerung, was sich beispielsweise im Vereinsleben oder auch in den einzelnen Dorfwerkstätten der Ortschaften zeigt.

"Haus Krus - Ein Ort mit Geschichte(n)"

Im Haus des im Jahr 2018 verstorbenen Ortsheimatspflegers der Ortschaft Bellersen, Horst-Dieter Krus, entsteht derzeit das Museum "Haus Krus - Ein Ort mit Geschichte(n)". Gefördert wird dieses Projekt durch das Förderprogramm "Heimatzeugnis" des Landes NRW. Viele fleißige Hände arbeiten aktiv an der Realisierung mit, einer großer Dank gilt hier dem enormen ehrenamtlichem Einsatz der Bevölkerung. In Bellersen soll so ein weiterer zentraler Erlebnisort der Begegnung, der Tradition, des Wissens und des Austausches über Geschichte, Gegenwart und Zukunft entstehen. Eine Fertigstellung wird für die Mitte des kommenden Jahres als realistisch angesehen. Auch die Destellerie wird in diese Räumlichkeiten umziehen und der "Bellerser Obstbrand" künftig in dem neuangebauten Teil des "Haus Krus" gebrannt.

Erholungsort Bellersen

Auf dem „Erlebnispfad zur Entfaltung der Sinne“ nach Hugo Kückelhaus, wie auch einem „Agrarhistorischen Wanderweg“ wird naturnaher Fremdenverkehr gelebt. Kreative finden im Werkhaus (Tourist-Information) und im Kreativhof die unterschiedlichsten Angebote. Im Backhaus in der Nähe des Wohnmobilhafens, wird zu besonderen Terminen Brot nach alter Tradition gebacken. Am Dorfteich kann man den Enten zuschauen, ein Wassertretbecken lädt zum Abkühlen ein. Auf den Reit- Wander- und Radwegen kann man die Gegend erkunden. Das Obst der umliegenden Streuobstwiesen wird im Herbst zu köstlichen Hochprozentigen Leckereien verarbeitet. Der Wohnmobilhafen „Mühlengrund“ gilt als einer der schönsten Plätze Deutschlands. Eine der größten Imkereien Deutschlands ist vor Ort zu besichtigen. Literaturfreunde wissen, dass Bellersen als „Dorf B.“ der „Judenbuche“ der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff internationale Berühmtheit erlangt hat.

Urdorf Museum Bellersen

Das Urdorf - 2000 Jahre Mensch und Natur

Diese Ausstellung wurde von dem in Düsseldorf lebenden Holländer Wim de Ruiter erarbeitet und gestaltet. Sie ist von der Idee und Zielsetzung her eine Ausstellung auf anspruchsvollem Niveau und als Teil des Modellprojektes „Touristisches Musterdorf Bellersen“ des Landes Nordrhein-Westfalen vom Wirtschaftsministerium gefördert und am 22. Oktober 1993 von Wirtschaftsminister Günter Einert persönlich eröffnet worden.

Auf der Deele des Hauses betritt man ein Germanendorf, wie es sie vor 2000 Jahren in dieser Gegend gegeben hat. Großformatige Farbfotos führen vor Augen, wie unsere Vorfahren lebten, sich ernährten und kleideten, wanderten und spielten. Aufgrund wissenschaftlicher Erkenntnisse wurden die Fotos im Archäologischen Freilichtmuseum Oerlinghausen von Ansgar van Treeck und Wim de Ruiter aufgenommen. Als „Germanen“ wirkten zumeist Einwohnerinnen und Einwohner aus Bellersen mit.

Holländer Wim de Ruiter erarbeitet und gestaltet Ausstellung

In der Germanenzeit war die Natur noch größer als der Mensch (N > M). Ein von dem englischen Künstler Alan Ashby eigens für die Bellerser Ausstellung geschaffenes Tier- und Landschaftsbild aus dem Teutoburger Wald symbolisiert diesen Zustand. Eine Eiche wird von einem durch ein Fenster zu beobachtendes echtes Bienevolk bewohnt (Betreuung durch den Bellerser Imker Oswald Hensel). Mehrfach begegnet in der Ausstellung in unterschiedlichen Ausführungen ein menschliches Gehirn. Dem Menschen, der für das Überleben in der Natur körperlich nur schlecht gerüstet ist, gelang es, sich durch das Gehirn und mit seiner Anwendung entwickelte Hilfsmittel in einer im ganzen feindlichen, aber dennoch alles zum Leben Nötige gewährenden Umwelt zu behaupten. Die Aneignung dieses Nötigen erfolgte im Einklang mit der Natur. Luxusgüter fehlten weitgehend.

Ein symbolisches Bild zeigt eine Szene nach der Schlacht im Teutoburger Wald im Jahre 9 nach Christus, in der die Germanen mit Luxus in Kontakt kommen. Diese Szene bereitet auf den Zeitsprung von 2000 Jahren vor, der den Besucher mit dem Eintritt in das Treppenhaus erwartet.

Im Treppenhaus gilt M > N, der Mensch ist größer als die Natur. Durch sein Gehirn ist es ihm gelungen, die Natur (scheinbar) zu besiegen, sich von ihr unabhängig zu machen - sie aber auch in den reichen Industriestaaten dem eigenen Luxusstreben zu opfern. Elemente der Gegenwart werden in krassen Gegensatz zum Germanendorf und im nicht weniger krassen Gegensatz zwischen Reichtum und Armut in der Gegenwart dargestellt: Müll, Luftverschmutzung, Waldsterben, Luxusautos, Ferienreisen, Ölpest, die schönen Reichen, die Bitterarmen und so weiter ....

Die von Wim de Ruiter entwickelte Erdbank-Idee führt uns anhand von „Kontoauszügen“ leicht begreifbar vor Augen, wie wir unseren persönlichen Kontostand im „Supermarkt Erde“, in dem wir uns einen vermeintlich unbegrenzten Kredit gewähren, bestimmen können. Ziel ist es, mit dem Gehirn nachzudenken und zu erkennen, daß die Erde nicht unerschöpflich ist, und Konsequenzen daraus zu ziehen.

Einwohnerzahl

Am 31. Dezember 2020 lebten 669 Einwohner in der Ortschaft Bellersen.

Bellersen im Internet

Weitere Informationen über die Ortschaft Bellersen finden Sie im Internet unter http://www.2016.bellersen.de