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Datum: 13.02.2019
Zeichnung zeigt möglichen Innenraum der Brakeler Synagoge
Willi Nahen aus Schmechten hütete über Jahrzehnte einen wahren Kunstschatz: eine Skizze der Innenausmalung der Brakeler Synagoge. Es handelt sich hierbei um eine Zeichnung, die der Kunst- und Kirchenmaler Anton Winkelhagen aus Bergheim für die Ausgestaltung der Synagoge ausgestaltet hatte. "Ob der Innenraum wirklich so ausgesehen hat, müssen wir erst noch prüfen", sagte Dirk Brassel, Leiter des Stadtmuseums. Es existieren nämlich keinerlei Bilder vom Innenraum der Synagoge. Willi Nahen ist überzeugt, davon, dass der Entwurf, wie ihn die Zeichnung zeigt, auch ausgeführt wurde. Sein Vater, Willi Nahen Senior, unterstützte den Kirchenmaler Winkehagen bei seiner Arbeit. "Mein Vater hätte die Zeichnung doch sonst nicht versteckt", argumentiert der 81-jährige. Bürgermeister Hermann Temme bedankte sich bei Nahen für die Übergabe des außerwewöhnlichen Fundstücks, welches offenbar ein einzigartiges Zeugnis der Geschichte sei, so der erste Bürger Brakels.
Gefunden hatte Nahen die Skizze bei einem Umzug 1966 in einem Leinölfass mit doppeltem Boden. Das Stück Papier war in Schafwolle und Tapeten eingewickelt und zusätzlich in einem Stück Regenrohr versteckt, dann hatter er zusätzlich das Fass mit Kreide aufgefüllt. Nahens Vater hatte die Zeichnung gut vor den Nazis verstecken wollen, denn er galt ohnehin als "politisch unzuverlässig". Nach einigen Hausdurchsuchungen ließ er die Zeichnung wohl dann verschwinden.
Wegwerfen wollte Willi Nahen die Zeichnung nicht, denn er ist überzeugt, dass es sich um ein wichtiges Kulturgut handelt. Auch Paul Kramer, Vorsitzender des Heimat- und Museumsvereins sagte, dass es sich bei dem Fund um einen Glücksfall handele.