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Datum: 04.02.2016

Die Mehrheit spricht sich für den Standort am alten Sportplatz aus

Der Rat der Stadt Brakel hat in seiner Sitzung am 02.Februar 2016 im nichtöffentlichen Teil mehrheitlich den Weg für einen weiteren Neubau für die Unterbringung von ausländischen Flüchtlingen frei gemacht. Danach soll der Neubau auf dem bisherigen Lagerplatz des Wasserwerks am „alten Sportplatz“ an der Ostheimer Straße errichtet werden.

Die Krisen in der Welt, insbesondere im Nahen und Mittleren Osten sowie in vielen afrikanischen Ländern, führen zu immer größeren, derzeit nicht nachlassenden, Flüchtlingsströmen. Hinzu kommen die Menschen, die aufgrund der wirtschaftlichen Situation ihres Heimatlandes oder ihrer persönlichen Situation eine bessere Zukunft in Deutschland suchen. Auch die Stadt Brakel sei mit ihren derzeit 421 zugewiesenen ausländischen Flüchtlingen und Asylbewerber hiervon betroffen, so Hermann Temme.

Für das Jahr 2016 rechnet Temme mit wöchentlich durchschnittlich sieben weiteren Zuweisungen, so dass sich voraussichtlich bis zum Ende des Jahres die Zahl der Flüchtlinge auf etwa 700 Personen erhöhen wird. "Hierauf müssen wir rechtzeitig reagieren und vorbereitet sein, damit wir unserer gesetzlichen Verpflichtung zur menschenwürdigen Unterbringung dieser Personen auch nachkommen können", so Bürgermeister Temme weiter.

Geplant ist an dem neuen Standort keine Errichtung eines „herkömmlichen“ Wohnheims/Massenunterkunft, sondern der Bau einer Appartementstruktur, erklärte Bauamtsleiter Johannes Groppe. Danach verfügt der Neubau über drei Etagen. Pro Etage sind vier Wohnungen mit etwa 50 qm für sechs Bewohner vorgesehen. Insgesamt steht in einem Appartementhaus somit Platz für 72 Flüchtlinge zur Verfügung. In jeder Wohnung sind eine Kochecke und ein eigener Sanitärbereich vorgesehen, so Groppe weiter. Sobald das Appartementhaus nicht mehr zur Flüchtlingsunterbringung benötigt wird, besteht im Rahmen einer nachhaltigen Nutzung die Möglichkeit nach einer Renovierung eine Vermarktung oder Nachnutzung der Wohnungen im innenstadtnahen Bereich vorzunehmen. Hierfür könnten die Appartements nachträglich mit Balkonen und Aufzügen ausgestattet werden. Die Kosten für diesen Neubau bezifferte Groppe mit rund einer Million Euro.

Dieser Argumentation schloss sich der Rat mehrheitlich an.