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Datum: 18.02.2016

Spatenstich am neuen Trinkwasserhochbehälter in Gehrden

Die Arbeiten zu dem Bau des neuen Trinkwasserhochbehälters in Gehrden haben begonnen. Dieser entsteht oberhalb des Feriendorfes und verfügt über ein  Speichervolumen von 500 Kubikmeter. "Damit können 1200 Menschen in Gehrden und zum Teil auch in Siddessen mit Trinkwasser versorgt werden", sagte Bürgermeister Hermann Temme beim symbolischen Spatenstich des Hochbehälters.

Finanzieller Kraftakt stellt Versorgung mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser sicher

Etwa eine Million Euro wird in diesen Neubau investiert. "Das ist für uns schon ein finanzieller Kraftakt", sagte Bürgermeister Hermann Temme. Daher habe man nach 20 Jahren erstmals den Frischwasserpreis anheben müssen. Ziel sei es, die heimische Bevölkerung weiterhin mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser zu versorgen. Temme lobte die Wasserkooperative, die mit ihrer umfassenden Beratung dazu beitrage, dass der Nitratgehalt unter dem festgelegten Wert bleibe. Der technische Betriebsleiter des Wasser-/ Abwasserwerkes der Stadt Brakel, Christof Münstermann, erklärte, dass der alte Trinkwasserbehälter nach 50 Jahren Betriebszeit sanierungsbedürftig geworden sei. "Bei der letzten Untersuchung haben wir festgestellt, dass sich in der Auskleidung der Behälterkammer Hohlräume gebildet haben. Damit besteht die Gefahr, dass Bakterien in das Trinkwasser gelangen können", erklärte Münstermann. Dies sei bisher aber zum Glück nicht passiert. Eine Sanierung des alten Behälters kam letztlich nicht in Frage. Das wäre baulich wie finanziell mit großem Aufwand verbunden gewesen. Auch sei der alte Behälter nach aktuell technischen Vorgaben mit 330 Kubikmetern Speichervolumen zu klein geworden. So entschlossen sich die Stadtverwaltung und der Betriebsausschuss zum Neubau eines Trinkwasserbehälters.


Sicherstellung der Trinkwasserversorgung und Vorhaltung von Löschwasser

Der neue Behälter verfügt nun über ein Speichervolumen von 500 Kubikmeter, aufgeteilt auf zwei Kammern. Neben der Sicherstellung der Trinkwasserversorgung, dient der Behälter auch der Vorhaltung von Löschwasser. Dies habe den Vorteil, dass wenn eine Kammer gereinigt werden müsse, stelle die andere jeweils die Versorgung der Bevölkerung sicher, sagte Christof Münstermann. "Eine weitere wesentliche Funktion ist auch, dass in Abhängigkeit vom Behälterfüllstand die Pumpe im Gehrdener Tiefbrunnen gestartet wird, um die Auffüllung zu steuern", so Münstermann weiter. "Bei Störungen ist aber auch eine Füllung aus den Brunnen der Kernstadt Brakel möglich". Zur technischen Ausstattung gehören unter anderem Messeinrichtungen für den Befüllstand und für Durchflussmengen, ein Filtersystem für die Belüftung der Wasserkammern, Trübungsüberwachung und Probenahmemöglichkeiten sowie eine UV-Desinfektionsanlage. "Letztere sorgt dafür, dass möglicherweise in das Grundwasser eingetragene gesundheitsgefährdende Keime und Bakterien durch eine Bestrahlung mit ultraviolettem Licht unschädlich gemacht werden", sagte Münstermann. Der Vorteil sei, dass auf den Einsatz von Chlor verzichtet werden könne. Diese Technik setzt die Stadt Brakel bereits in allen Hochbehältern im Stadtgebiet ein.

Alter Hochbehälter soll künftig als Quartier für Fledermäuse dienen

Per Datenfernübertragung werden alle Betriebszustände und Steuersignale an die Zentrale des Wasserwerks gesendet. Tritt eine Betriebsstörung ein, erfolgt auch eine Alarmierung des Bereitschaftsdienstes, der 24 Stunden am Tag für alle Anlagen des Wasser- und Abwasserwerkes geleistet wird. Mit der Firma Schönhoff hat ein heimisches Unternehmen die Ausschreibung für dieses Projekt gewonnen. Schönhoff beauftragt widerum weitere heimische Firmen als Subunternehmer. So soll die Firma Weber die Bedachung vornehmen. Weiterhin wurde das Geologie-Büro Hoemann mit der Baugrunduntersuchung beauftragt. Bürgermeister Temme freute sich über "diese Wirtschaftsförderung par excellence". Damit Bauunternehmen Projekte dieser Art ausführen dürfen, ist besonders geschultes Personal notwendig. Die Mitarbeiter müssen ein Gesundheitszeugnis vorlegen, der Spezialbeton darf nur mit Trinkwasser angesetzt werden.
Wie Münstermann mitteilte, soll aus dem alten Hochbehälter später ein Quartier für Fledermäuse entstehen.