Fahrzeug erhöht die Schlagkraft
Sie leuchtet schon von weitem, die neue Drehleiter der Feuerwehr Brakel – ein 300 PS starkes Gefährt mit der Bezeichnung L 32A-XS 3.0 auf einem Mercedes Benz Atego 1530F Fahrgestell. Diese wurde nun durch Bürgermeister Hermann Temme an die Freiwilige Feuerwehr der Stadt Brakel übergeben. Den kirchlichen Segen erhielt sie und alle Feuerwehrkameradinnen und -kameraden von Pastor Willi Koch und Pastor Volker Walle. Bürgermeister Hermann Temme sagte: "Das Leben, die Gesundheit und den Besitz unserer Bürgerinnen und Bürger zu schützen gehört zu den bedeutendsen Aufgaben unserer Stadt." Er dankte dem Stadtrat und allen Mitgliedern der Ausschüsse dafür, dass sie die Entscheidung, eine 630.000 Euro teure Drehleiter anzuschaffen, fraktionsübergreifend mitgetragen haben. Die alte Drehleiter war bereits 34 Jahre alt und musst ersetzt werden.
Die Beschaffung des neuen Fahrzeugs hat insgesamt eineinhalb Jahre gedauert. Die Ausschreibung war sehr komplex und erfolgte europaweit. Dies geschah in enger, interkommunaler Zusammenarbeit mit der Stadt Bad Driburg, die eine identische Drehleiter, ebenfalls bei der der Firma Rosenbauer, bestellte.
Die Drehleiter hat sich in den vergangenen Wochen bereits in mehreren Einsätzen bewährt: im März wurden die Feuerwehrkameraden zu einem Brand bei der Firma Rico in Brakel gerufen als dort die Photovoltaikanlage brannte. Zur Verstärkung angefordert wurde die Brakeler Wehr von der Nachbargemeinde Nieheim im April, als in Sommersell ein Wohnhaus mit Scheune brannte.
„Für unsere Arbeit ist das schon eine deutliche Erleichterung“, sagte Sven Heinemann, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr der Stadt Brakel. „Dieses Modell ist technisch auf dem modernsten Stand.“ Die maximale Rettungshöhe beträgt derweil 23 Meter, bei einem Abstand von zwölf Metern zum Gebäude. Die neue Drehleiter verfügt über ein Automatikgetriebe sowie automatische Schneeketten an der Hinterachse. Der Rettungskorb bietet Platz für fünf Personen oder eine Gesamtmasse von 500 Kilogramm. Im Vergleich: beim Vorgängerfahrzeug war im Korb Platz für zwei Personen oder eine Zuladung von 180 Kilogramm. Vom Bedienstand im Rettungskorb ist nun die Steuerung und Überwachung vom Hubrettungssatz zum Hauptsteuerstand möglich.
Damit auch in Dunkelheit keine Hindernisse übersehen werden, sind verschiedene LED-Beleuchtungen verbaut. In den Geräteräumen befinden sich unter anderm folgende Ausrüstungsgegenstände: Atemschutzgeräte für längere Einsätze, eine Atemschutznotfalltasche, eine Wärmebildkamera, zwei gerätesätze Absturzsicherung, eine Elektrokettensägge mit Schutzausrüstung und vieles mehr.
Bürgermeister Hermann Temme danke allen Mitgliedern der Freiwilligen Feuerwehr für ihr Engagement zum Schutz der Bevölkerung. Er lobte das Verantwortungsbewusstsein und den Mut der Feuerwehrleute, ihr eigenes Leben für ihre Mitmenschen zu riskieren.