Gemeinsame Entwicklungsarbeit ist offiziell gestartet
Individualisiertes Lernen noch besser in die Konzepte von Ganztagsschulen einzubinden, ist das Ziel eines Programms, von dem auch die heimischen Schulen profitieren sollen. Die Leitungen heimischer Schulen trafen sich in der Orangerie des Schlosses Gehrden und befassten sich mit "LiGa – Lernen im Ganztag".
Ihre gemeinsame Entwicklungsarbeit offiziell gestartet haben dabei die Gesamtschulen Brakel, Bad Driburg-Altenbeken und die Geschwister-Scholl-Gesamtschule Detmold sowie die Sekundarschulen Höxter, Beverungen, Warburg-Teilstandort Borgentreich und Horn-Bad Meinberg. Sie haben sich zusammengeschlossen, um die Qualität der Schulentwicklung und des Lernens nachhaltig gemeinsam zu sichern. Begleitet haben diese Auftaktveranstaltung unter anderem Dr. Reinhard Erlemeyer (Qualitäts- und Unterstützungs-Agentur – Landesinstitut für Schule) und Nadine Jung von der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung, die das Programm ebenso fördert wie die Stiftung Mercator.
Ziel sei es, den Schülern erfolgreiche Bildungsprozesse zu ermöglichen, indem die Pädagogen das individuelle Lernen im Ganztag unterstützten. "Es geht dabei auch darum mehr Bildungsgerechtigkeit zu schaffen", sagte Dr. Erlemeyer. Von der individuellen Förderung profitierten insbesondere benachteiligte Kinder und Jugendliche, unterstrich Nadine Jung.
Durch das Programm »LiGa – Lernen im Ganztag« würden etwa 300 Schulen in fünf Bundesländern dabei unterstützt, ihr besonderes Potenzial als Ganztagsschule zu nutzen. "Von etwa 450 in Betracht kommenden Schulen in NRW sind es 131. Das ist eine gute Quote", freute sich Dr. Erlemeyer. In den Regierungsbezirken gebe es meist jeweils drei Netzwerke. Zu jedem dieser Netzwerke zählten etwa acht bis zehn Schulen. Um die Qualität an den Ganztagsschulen noch zu verbessern, arbeiteten Schulleitungen und Schulaufsicht eng zusammen. Geplant seien insgesamt sechs Netzwerktreffen.
Die Schulen würden bei dem Prozess gut beraten und begleitet. Jung: "So entwickelt jede Schule passende Konzepte für das Lernen im Ganztag. Die Pädagoginnen und Pädagogen setzen im Unterricht und in den Ganztagsangeboten konkrete Ansätze für individualisiertes Lernen um."
Durch das Programm, das auf drei Jahre ausgelegt ist, seien für diesen Prozess Unterstützung und Qualifizierungen gewährleistet. Gleichzeitig diene es als Plattform für den Austausch und zur Vernetzung. Es bestehe die Möglichkeit, dass Schulentwicklungsberater in die Schulen kämen und den Pädagogen methodische Instrumente an die Hand gäben. Auch Hospitationen seien möglich. Diese sollten aber auf keinen Fall als eine Form von Aufsicht verstanden werden. Als mögliche Handlungsfelder nannte Nadine Junge Planung und Gestaltung von Lernzeiten, sprach- und kultursensiblen Unterricht, selbstgesteuertes Lernen, Lerncoaching und Projektarbeit.