Trinkwasserversorgung in Gehrden und Siddessen
Ab sofort sichert die neue Anlage die Versorgung der Ortschaften Gehrden und Siddessen mit dem Lebensmittel Nr.1. Die Kosten für den Neubau des Hochbehälters belaufen sich auf 840.000 Euro, die Verlegung neuer Leitungen kostete noch einmal 150.000 Euro.
Der alte Trinkwasserhochbehälter war 50 jahre alt und wies inzwischen starke Mängel auf. "Die Sauberkeit des Trinkwassers konnte auf Dauer nicht mehr sicher gewährleistet werden", erklärte Christof Münstermann, technischer Betriebsleiter des Wasserwerkes. Die Wände des alten Behälters etwa waren mit Fliesen ausgekleidet, die bereits abzufallen drohten. Hinzu kam auch noch, dass das Fassungsvermögen lediglich bei 330 Kubikmeter Wasser lag. Der neue Behälter kann nun bis zu 500 Kubikmeter Wasser speichern. Dieses ist zur Verbesserung der Versorgungssicherheit zudem in zwei getrennt regelbare Wasserkammern aufgeteilt. Eine Pumpe im gehrdener Tiefbrunnen regelt des Füllstand des Behälters. Sollte es dort einmal zu einer Störung kommen, kann der Behälter aber auch aus den Brunnen der Kernstadt Brakel aufgefüllt werden.
Durch eine moderne UV-Desinfektionsanlage soll der Gebrauch von Chlor auf ein Minimum reduziert werden. Durch das ultraviolette Licht werden gesundheitsgefährdende Bakterien unschädlich gemacht, die möglicherweise ins Grundwasser gelangt sein könnten. Alle Betriebszustände und Steuersignale aus dem Hochbehälter werden per Datenfernübertragung an die Zentrale des Wasserwerkes gesendet. Hier erfolge bei Eintritt von Betriebsstörungen auch eine Alarmierung des Bereitschaftsdienstes, der 24 Stunden am Tag für alle Anlagen des Wasser- und Abwasserwerkes geleistet werde, erläuterte Christof Münstermann. Auch der Einstieg in die Wasserkammern zum Zweck von Reinigungsarbeiten ist verbessert worden. "Früher musste man durch ein Fenster einsteigen und eine Leiter hinunter klettern. Das ist arbeitsschutztechnisch nicht zu verantworten", erklärte Bauleiter Sascha Leck von der Gesellschaft für Geohydraulik, Umweltberatung und Verfahrens- und Ingenieurtechnik (GUV) in Kassel. Diese hatte die Fachplanung und Baubetreuung übernommen. "Der neue Einstieg erfolgt über ebenerdige Drucktüren und ist damit weit weniger gefährlich", ergänzte Leck. "Für die Trinkwasserversorgung brauchen Bauunternehmen ein umfangreiches Wissen. Bei den regionalen Firmen hier ist dieses hohe, handwerkliche Wissen vorhanden", betonte auch Leck und lobte die hervorragende Zusammenarbeit. Die Firma Schönhoff hatte als Generalunternehmer die Ausschreibung zum Bau des Trinkwasserbehälters gewonnen. Ausser der Firma Schönhoff waren vier weitere Unternehmen aus Brakel beteiligt, wodurch ein großer Teil der erforderlichen Maßnahmen in der Region blieb.