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Datum: 29.03.2018

Kinder sammeln Erfahrungen, die sich nachhaltig festigen

Die Inklusive Offene Ganztagsschule (IOGS), die durch den Caritasverband organisiert wird, bietet den Schülerinnen und Schülern der städtischen Gemeinschaftsgrundschule und der Brüder-Grimm-Schule nicht nur eine verlässliche Betreuung während der Schulzeit, sondern ebenfalls ein interessantes und abwechslungsreiches Programm während der Ferienzeit, was für berufstätige Eltern eine wichtige Unterstützung und Entlastung bedeutet. Die Kinder haben zudem die Möglichkeit, Freunde zu treffen und an vielen verschiedenen Aktionen teilzunehmen. Das diesjährige Osterferienprogramm, welches unter das Motto „Märchen“ gestellt wurde, beinhaltete ebenfalls den Besuch der im November 2017 eröffneten Lernwerkstatt, die zentral im Herzen der Stadt Brakel gelegen ist.

Die Lernwerkstatt entstand in Kooperation der Gesamtschule Brakel, der Brüder-Grimm-Schule Brakel und des Berufskollegs des Kreises Höxter und bietet Kindern jede Menge Raum für eigene Ideen und individuelles, kreatives Lernen.

Selbständiges und nachhaltiges Lernen ohne Zeitdruck

Die Geschichten der Brüder Grimm und im Besonderen das Märchen „Die Bremer Stadtmusikanten“ standen im Mittelpunkt der vielen verschiedenen Aktionen der IOGS. Die Brüder Grimm waren häufig in Brakel und Umgebung zu Gast, hier sammelten sie viele Ideen und Eindrücke für ihre Märchen. So soll sich beispielsweise auch das „Räuberhaus“ der Bremer Stadtmusikanten zwischen Brakel und Bosseborn/Ovenhausen befunden haben. "Märchen üben von jeher eine Faszination auf den Menschen aus. Um dieses Kulturgut erhalten und den Kindern nahe bringen zu können, werden wir das Thema auf verschiedene Weise erleben", berichtete die Leiterin der IOGS, Nadine Beyermann. Neben Märchenerzählungen in zauberhafter Atmosphäre wurden den Kindern viele weitere Aktivitäten, wie Backen, Rollenspiele, das Herstellen von Theaterschminke, musikalische Angebote, Bewegungsspiele und die Besuche in der Lernwerkstatt ermöglicht. "Die Lernwerkstatt bietet eine Lernumgebung, die unsere Schülerinnen und Schüler zur kreativen Auseinandersetzung mit dem Thema "Märchen" anregt. Es können beispielsweise eigene Märchenfiguren gestaltet werden, aber auch Märchen auf verschiedenste Art und Weise nacherzählt und dargestellt werden. Durch Ausprobieren und Entdecken können auch ganz neue, eigene Märchen entstehen und bekannte Erzählungen erforscht werden", erklärte die Gruppenleiterin Marianne Kronenberg, die speziell für die Arbeit in der Lernwerkstatt fortgebildet wurde.

Die zentrale Lage der Räumlichkeit, mitten im Herzen der Stadt, bietet viele Vorteile. So nehmen die Kinder ihre Umgebung und das Geschehen auf dem Marktplatz aktiv wahr, wecken aber ebenfalls das Interesse der Bevölkerung. Es habe schon einige interessierte Bürgerinnen und Bürger gegeben, die der Lernwerkstatt während verschiedener Aktionen der Schulen einen Besuch abgestattet hätten, berichtete die Gruppenleiterin.

In Kleingruppen, mit je acht oder neun Kindern, besuchten die Erzieherinnen während der ersten Ferienhälfte die Werkstatt. Hier konnten sich die Kinder völlig selbständig und ohne jeglichen Zeitdruck durch die bereitgestellten Materialien inspirieren lassen. Sie hatten die Möglichkeit, ohne feste Vorgaben eigene Ideen zu entwickeln. Genau das hebe sich vom Schulalltag ab, erklärten die Erzieherinnen, die den Kindern natürlich jederzeit mit Rat und Tat zur Seite standen. Die Lernwerkstatt schafft ganz neue Möglichkeiten an ein bestimmtes Thema heranzugehen, denn das spielerische Element und die kreative Auseinandersetzung können hier besonders in den Vordergrund gerückt werden. In dieser kreativen Auseinandersetzung kann erworbenes Wissen angewandt, genutzt und vertieft, aber gleichzeitig neues Wissen erworben werden. Ziel der Lernwerkstatt ist es, Ideen und kreative Einfälle der Kinder zuzulassen, denn die Ideen eines jeden Kindes stehen hier im Mittelpunkt.

Was ist eine Lernwerkstatt?

Eine Lernwerkstatt ist ein fest eingerichteter Raum mit vielfältigen Werkzeugen, Alltagsgegenständen und Materialien (fast alles kann zum Lernanlass werden). Diese materialreiche Lernumgebung soll die Schüler/innen anregen, praktisch und eigenaktiv zu lernen. „Learning by doing“, denn Lernen durch eigene Erfahrungen und Neugier geleitete Auseinandersetzungen stehen hier im Mittelpunkt. Die Lernwerkstatt kann von  Kindertageseinrichtungen, Schulen sowie allen an der Methode interessierten Gruppen besucht werden.

Anmeldungen nimmt Max Frühling, Berufskolleg des Kreises Höxter, unter der Telefonnummer 05271/3725-18 oder per Email: fruehling@bkhx.de sehr gern entgegen.