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Datum: 12.04.2016

Bronzetafeln an Kapitänshaus und der ehemaligen Synagoge angebracht

Zwei Gedenktafeln aus Bronze erinnern nun an das sogenannte Kapitänshaus (Ostheimer Straße 24)  und die ehemalige Synagoge (Ostheimer Straße 14). "Sie informieren Bürgerinnen und Bürger sowie Besucher über ein wichtiges Stück Heimatgeschichte", sagte Bürgermeister Hermann Temme bei der Enthüllung.

In Brakel gibt es bereits eine Reihe von herausragenden Häusern und Gebäuden, an denen angebrachte Bronzetafeln über die Grundsteinlegung, Bedeutung und deren damalige Nutzung informieren. So zeigte sich Bürgermeister Hermann Temme auch gleich davon begeistert, an zwei weiteren, wichtigen Häusern Gedenktafeln anzubringen. Die Idee dazu hatten Stadtheimatpfleger Alfons Jochmaring und Paul Kramer vom Heimat- und Museumsverein Brakel.

"Es ist mehr denn je wichtig, das Geschichtsbewusstsein am Leben zu erhalten", betonte Temme. Sein Dank galt den beiden heutigen Hauseigentümern, die gerne ihre Zustimmung für das Anbringen der Bronzetafeln gegeben hatten. "Es ist nicht nur die Geschichte des Ortes, die hier vermittelt wird, es ist auch eine Erinnerung an die vergangene Zeit", betonte Paul Kramer mit Blick auf das Gebäude der ehemaligen Synagoge. Dem stimmte auch Dirk Brassel zu, der bei der Stadt Brakel für die Bereiche Tourismus und Kultur, Stadtmuseum und Stadtarchiv verantwortlich ist. "Die Synagoge in einem Ort, ist ein Kulturerbe, das nicht unbeachtet bleiben sollte".

Der Grundstein für dieses Gemeindehaus wurde 1841 gelegt. Im Vorderhaus wurden Wohnung und Schulräume eingerichtet, im Hinterhaus befand sich die Synagoge, ein über zwei Etagen erstreckter Sakralbau. 156 Personen jüdischen Glaubens lebten 1847 in Brakel. In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Synagoge verwüstet, die Fensterscheiben eingeschlagen, die Inneneinrichtung beschmutzt und beschädigt. "Gerade bei diesem Gebäude ist es so wichtig, dass wir daran erinnern, was dort geschehen ist", hob Bürgermeister Temme hervor.

Die zweite Bronzetafel befindet sich an dem sogenannten "Kapitänshaus". Wie Stadtheimatpfleger Alfons Jochmaring erläuterte, wurde das Patrizierhaus in der Ostheimer Straße 24 seinerzeit vom Stadtadel und von der höher gestellten Bürgerschaft bewohnt. Von den einstigen Bewohnern sind zwei Familien herauszuheben. So wurde das "Kapitänshaus" im 17. Jahrhundert von Hermann Ludwig von der Asseburg mit seiner Ehefrau Odilia Elisabeth von Haxthausen beziehungsweise mit seiner zweiten Frau Elisabeth von Schell aus Rechen bewohnt. "Sie sind auch die Stifter der Annenkapelle in Brakel", erzählte Jochmaring. Im 18. Jahrhundert lebte Hermann Josef Crux mit seiner Familie in dem Haus. Sein Vater Antonius Crux und sein Onkel Johannes Crux waren beide Bürgermeister in Brakel. Johannes Crux stiftete zudem die Seitenaltäre in der Pfarrkirche St. Michael. Auch ist er Stifter der Rieseler Waldkapelle. Matthias und Leonhard Crux haben einen der beiden Zinnpokale den Brakeler Schützen gestiftet.

Heutiger Eigentümer des Hauses ist die Familie Tensi. "Mit dem Gewölbekeller und dem innenliegenden Brunnen zeichnet sich hier eine besondere Bauweise ab", informierte Klaus Tensi.