Das Abwasserwerk der Stadt Brakel informiert:
In den letzten Jahren haben Störungen und Schäden, verursacht durch Feuchttücher, stark zugenommen. Dabei wäre nichts gegen diese Tüchlein einzuwenden, wenn sie nicht entgegen der Abwasserbeseitigungssatzung über das Kanalsystem, sondern über die Restmülltonne entsorgt würden. Im Gegensatz zu den Feuchttüchern löst sich normales Toilettenpapier im Wasser auf, sodass nur noch kleine Fasern übrig bleiben (je weniger Lagen das Toilettenpapier hat, desto besser). Die kleinen Fasern werden im Kanal leicht abtransportiert und stellen daher für die eingesetzten Schmutzwasserpumpen kein Problem dar. Feuchttücher hingegen sind in ihrer Zusammensetzung so ausgelegt, dass sie sich sowohl im feuchten als auch im nassen Zustand nicht auflösen und daher große Probleme im Kanalnetz entstehen.
Abwasserpumpe ist dieser Aufgabe nicht gewachsen
Jedoch ist unverständlicherweise mehrheitlich auf den Verpackungen vermerkt, dass zwei bis drei Tüchlein gleichzeitig in die Toilette eingespült werden können. Der Hersteller bezieht sich auf Spültests, deren Praxisbezug zumindest im Land des Wasserspar-Europameisters Deutschland fragwürdig ist. Aus Sicht der Abwasserwerke verdeutlicht am ehesten ein Waschgang mit den Tüchern in einer Waschmaschine den Zustand, der sich in den Anlagen der Abwasserentsorgung einstellt. Die Tücher verwinden sich zu einem enorm widerstandsfähigen Zopf, welcher selbst mit einem Messer schwer zu durchtrennen ist. Diese Aufgabe kann von einer Abwasserpumpe meist nicht erledigt werden. Die Spur der Verwüstung dieser „nassen Entsorgungspraxis“ lässt sich wie folgt nachzeichnen:
Folgen in der Kanalisation
• Die verzopften Feuchttücher wickeln sich in den Schmutzwasserpumpen auf und verstopfen diese. In der Folge überhitzen die Pumpen und können nachhaltig geschädigt werden.
• In den Feuchttuchwalzen werden auch Essensreste eingefangen, die zu einem erhöhten Nahrungsangebot für Ratten führen.
• Es kommt zur Verstopfung des Kanalnetzes.
• Hygieneartikel und Feuchttücherkomplexe werden bei Starkregen über die Mischwasserüberläufe ausgeschwemmt mit der Folge, dass sich diese „Papierfahnen“ im Gewässer wiederfinden.
Erhöhter Betriebsaufwand in der Kläranlage
Im Kläranlagenhauptsammler verbinden sich die geförderten Zöpfe zu „Knödeln“, die teilweise vor dem Rechen liegen bleiben und hier Störungen verursachen.
Zurzeit bedeutet die falsche Entsorgung der Feuchttücher einen erhöhten Betriebsaufwand für das Abwasserwerk und damit erhöhte Kosten für den Bürger. Daher unsere Bitte, die immer beliebter werdenden Feuchttücher nicht über die Toilette zu entsorgen, sondern in die Restmülltonne zu werfen.
Bei Fragen wenden Sie sich bitte an das Abwasserwerk der Stadt Brakel, Alexander Frewer, unter der Telefonnummer 05272/360-238 oder per E-Mail a.frewer@brakel.de. Weitere Informationen finden Sie ebenfalls auf der Homepage unter www.brakel.de/versorgung.