Programm hat sich etabliert
Im Rahmen des Leerstandsförderprogramms der Stadt Brakel konnten seit dem Jahr 2010 bisher 21 Leerstandsförderungen, davon allein vier in 2016, realisiert werden. „Wir können somit von einer erfolgreichen Etablierung dieser Maßnahme im Rahmen der Wirtschaftsförderung sprechen“, sagt Peter Frischemeier, allgemeiner Vertreter der Bürgermeisters. Gerade unter dem Aspekt des strukturellen und demographischen Wandels, von dem insbesondere Städte in der Größenordnung Brakels betroffen seien, trage das Programm sichtlich zur Belebung der Innenstadt bei, betont Frischemeier weiter. "Das Programm ist seit der Einführung zu einem guten Instrument für die Vermeidung von gewerblichen Leerständen geworden", betont auch Alexander Kleinschmidt, der Ansprechpartner für Wirtschaftsförderung im Rathaus ist.
Marita Menne erhält stellvertretend Bewilligungsbescheid
Stellvertretend für alle, die bisher eine solche Förderung der Stadt Brakel erhalten haben, übergab Bürgermeister Hermann Temme Marita Menne den Bewilligungsbescheid für die Förderung ihrer Neueröffnung "Art und Weise", Ostheimer Straße 5.
"Wir möchten engagierte Bürger unserer Stadt unterstützen", sagte Brakels Bürgermeister. Jede Neueröffnung sei ein weiterer Schritt dazu, dass sich das Gesicht unserer Innenstadt wieder aufhellt, so Temme weiter.
Die Idee von "Art und Weise" ist in Brakel und Umgebung bisher einzigartig. Gemälde, Handarbeiten und individuelle Geschenkideen, wie beispielsweise bemalte Federn, sind dort erhältlich. Zurzeit präsentieren sich dort zehn Brakeler Künstler mit ihren Exponaten. Aber es werden nicht nur Produkte heimischer Künstlerinnen und Künstler ausgestellt und verkauft. "Auch ein Seminarraum steht zur Verfügung der von jedermann für Musik- und Malunterricht, Nachhilfe, Frühstücksgruppen oder ähnliches gemietet werden kann", sagt Betreiberin Marita Menne. Auch arabische Kochkurse werden angeboten.
Das Angebot ist vielfältig, aber die "Begegnung" steht im Mittelpunkt. "Viele Kunden kommen uns einfach nur besuchen, um mit uns zu plaudern oder einen Kaffee zu trinken", berichtet Mohammed Alali. Er ist, wie seine Kolleginnen und Kollegen, ehrenamtlich im "Art und Weise" tätig. Und wie auch die weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, teilweise in Brakel lebende Flüchtlinge, hat er großen Spaß an seiner Tätigkeit und ist sehr daran interessiert, Kontakt zu den Brakeler Bürgern zu knüpfen und Anschluss zu finden. "Am meisten Spaß bereitet es mir, wenn ich neue Leute kennen lerne", sagt auch Suheil Ahmaj. Es sei schön zu erfahren, wie offen die Menschen in Brakel seien, betont auch Nadia Merqi, die beispielsweise Kochkurse anbietet.
Marita Menne hat während ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit in der Flüchtlingshilfe viele Talente entdeckt. "Ich möchte diesen "zufällig entdeckten" Künstlern eine Plattform geben, sich zu präsentieren", sagt die Betreiberin des "Art und Weise". Zur Stammkundschaft zählen mittlerweile Kunden aus Österreich und Hamburg, berichtet die Menne stolz.
Ratsbeschluss im Jahr 2010 zur Förderung von Geschäftsansiedlungen
Nach vorheriger Beratung und Beschlussfassung im Ausschuss für Wirtschaftsförderung hat der Rat der Stadt Brakel vom 11.05.2010 die Richtlinien zur Förderung von Geschäftsansiedlungen beschlossen. Damit war der Weg frei für eine Förderung, die insbesondere das Ziel hat, bestehende Leerstände zu beseitigen beziehungsweise zukünftige Leerstände zu vermeiden. Hiermit soll ein Anreiz geschaffen werden zur Neueröffnung oder Neuansiedlung von Unternehmen des Einzelhandels und Gewerbes in der Innenstadt und des sog. Ergänzungsbereiches. Insbesondere soll die Förderung dazu beitragen, die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten beziehungsweise zu steigern. Im Sinne dieses Zieles gewährt die Stadt Brakel im Rahmen der für diesen Zweck speziell zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel Zuwendungen unter den in der Richtlinie genannten Bedingungen.
Richtlinien zwischenzeitlich modifiziert
Diese Richtlinien wurden zwischenzeitlich modifiziert und erweitert, so dass eine verbesserte Flexibilität der Förderung gegenüber der ursprüngliche Fassung möglich ist.
Gefördert wird jede Neueröffnung beziehungsweise Neuansiedlung von Geschäften/ Unternehmen des Einzelhandels und Gewerbes im Rahmen des zentrenrelevanten Sortiments im Sinne des aktuellen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Brakel. Im Einzelfall können auch über die als Grundlage dienende Liste des zentrenrelevanten Sortiments hinausgehend Branchen gefördert werden, wenn diese zu einer Bereicherung und Attraktivität der Innenstadt beitragen können.
Das Fördergebiet umfasst den innerstädtischen Bereich des „Zentralen Versorgungsbereiches“ einschließlich des „Ergänzungsbereiches“ im Sinne der Definition des aktuellen Einzelhandels- und Zentrenkonzeptes für die Stadt Brakel sowie die Ortskerne (im Sinne des Förderprogramms zur Wiedernutzung leerstehender Wohngebäude sowie Umnutzung leerstehender Nichtwohngebäude in den Ortschaften) der Ortschaften der Stadt Brakel.
Die Förderung erfolgt als Zuschuss zu den Anschaffungs- und Gestehungskosten, Beschaffung eines ersten Warenlagers oder einer Büroausstattung bis zu einer maximalen Größe von 200 qm Gewerbefläche in Höhe von 20,00 €/qm.
Die weiteren Voraussetzungen und Bedingungen, unter denen eine Förderung durch die Stadt Brakel erfolgen kann, sind in den Richtlinien geregelt. Einzelheiten hierzu sind zu finden auf der Homepage der Stadt Brakel www.brakel.de unter dem Bereich „Wirtschaft“, wo alle notwendigen Informationen und Unterlagen als Download zur Verfügung stehen.
Auskunft erhalten Sie bei der Stadt Brakel unter folgenden Kontaktdaten:
Peter Frischemeier (p.frischemeier@brakel.de; 0 52 72/ 360 219)
oder Alexander Kleinschmidt (a.kleinschmidt@brakel.de; 05272/ 360 313)