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Datum: 17.12.2015

Gegen den Fachkräftemangel in der Region

"Das Kolping-Berufsbildungswerk als Chance - Gemeinsam gegen den Fachkräftemangel", unter diesem Motto hatte die Brakeler Einrichtung Vertreter regionaler Unternehmen, Kammervertreter sowie Führungskräfte der Jobcenter und Arbeitsagenturen zum ersten Unternehmerfrühstück eingeladen. Die Gastgeber Mark Keuthen, Geschäftsführer des Kolping-Berufsbildungswerkes Brakel, und Gesamtleiterin Reinlinde Steinhofer, freuten sich über die große Zahl der Teilnehmer. Zeige dies doch die große Bedeutung des Themas.

In lockerer Atmosphäre wurde erörtert, welche Fähigkeiten und Kompetenzen junge Menschen als zukünftige Fachkräfte haben sollen beziehungsweise benötigen, um sich auf dem Arbeitsmarkt etablieren zu können. "Es geht dabei speziell um unsere Jugendlichen, die wir hier als Arbeitskräfte ausbilden und auf den Arbeitsmarkt integrieren wollen", führte Keuthen an. So wolle man schon während der Ausbildung mit den regionalen Unternehmern ins Gespräch kommen. Keuthen sieht darin eine Chance, dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken.

Wertvolle Impulse zu den beiden Aspekten gaben die Gastreferenten mit dem CDU/CSU Bundestagsabgeordneten Uwe Schummer und Stephanie Herrmann, Leiterin des Fachbereich Rehabilitation und schwerbehinderte Menschen der Regionaldirektion NRW der Bundesagentur für Arbeit. "Der Fachkräftemangel ist das eine Thema, die Inklusion das andere", sagte Uwe Schummer im Gespräch mit der Neuen Westfälischen. Um benachteiligte junge Menschen auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten, bedürfe es einer mannigfachen Unterstützung. Die beginne mit Schulsozialarbeit, werde mit der Begleitung der Berufseinsteiger fortgesetzt bis hin zu Konzepten wie die Assistierte Ausbildung, erläuterte Schummer. Das seien alles wichtige Instrumente, die auch zur Stärkung des Selbstwertgefühls der Jugendlichen beitragen und sie motivieren würden. Natürlich müssten die Arbeitsabläufe entsprechend organisiert werden. Viele Unternehmen scheuten jedoch diese Herausforderung. Aber es gehe nicht nur um Strukturen. Was vor allem zähle, sei der Mensch mit all seinen Stärken und Fähigkeiten.

An die Unternehmer appellierte der CDU/CSU-Bundestagsabgeordnete: "Stellt euch doch dem Abenteuer Mensch. Es ist für alle eine große Chance". Ein Thema waren zudem die Flüchtlinge. Auch sie gelte es zu integrieren - in der Gesellschaft wie auch auf dem Arbeitsmarkt. Fachkräftemangel, Inklusion und Flüchtlingsintegration seien jetzt die wesentlichen Aspekte, die zusammengebracht werden müssten, so Uwe Schummer.

Stephanie Herrmann machte darauf aufmerksam, dass in zehn bis 25 Jahren aufgrund der demografischen Entwicklung ein Großteil der Beschäftigten in den Ruhestand gehen wird. Der Fachkräftemangel nehme weiter zu. Darauf wolle man sich einstellen und schauen, wo insbesondere Bedarfe entwickelten, so Herrmann. "Die Berufsbildungswerke müssen ihre Aufgabe daran ausrichten und mit den Unternehmen die Ausbildung verzahnen". Auch solle mehr betriebsnah ausgebildet werden. Beim Rundgang durch die Werkstätten des Brakeler KBBW konnten sich die Unternehmer dann einen ersten Eindruck von den vorhandenen Möglichkeiten der Einrichtung verschaffen.