Zwei neue Publikationen
Die historischen Stadt- und Ortskerne sind die Visitenkarten des Landes und Sprachrohr für die Stadtidentität in Nordrhein-Westfalen. Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft veröffentlichten nun anlässlich ihrer Mitgliederversammlung in Velbert-Langenberg in einer knapp 300-seitigen Publikation, wie individuell und maßgeschneidert, wie ganzheitlich und motiviert Stadtentwicklung umgesetzt werden kann, ohne historische Gebäudebestände und Stadtkulissen zu überformen.
Unter dem Titel „Erbe im Gepäck – Zukunft im Blick“ präsentierte die Arbeitsgemeinschaft mit Stolz viele Praxisbeispiele einer gelungenen, die individuellen Charakteristika ihrer Mitgliedsstädte respektierenden Stadtentwicklung. Die thematisch gegliederte Publikation gewährt einen Einblick in die Vielfalt an Instrumenten und Handlungsansätzen, wie öffentliche Räume qualifiziert, Stadtfunktionen mit Blick auf Wohnen, Arbeiten, Kultur und Freizeit gestärkt, architektonische Neuerungen implementiert und ganzheitliche Konzepte strategisch entwickelt werden – auch und besonders im historischen Bestand. Die Stadt Brakel stellte in der Publikation das Projekt der Wiederherstellung des Ostheimer Tores vor. Bürgermeister Hermann Temme sagte: „Die Umgestaltung des Ostheimer Tores war die letzte große städtebauliche Maßnahme zur Wiederherstellung des historischen Stadtkerns.“ Die Straßenkreuzung sei im Wesentlichen entzerrt worden , das Gebäude des Ostheimer Tores ordne sich in die Lage, Größe und Gliederung konsequent in den historischen Stadtgrundriss ein, so der erste Bürger der Nethestadt.
Zukunftsprogramm
Parallel zu dieser Bestandsaufnahme haben sich die Vertreterinnen und Vertreter aller Mitgliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft in einem zwölfmonatigen Prozess intensiv mit der Zukunft befasst und nun zur diesjährigen Mitgliederversammlung das „Zukunftsprogramm 2030 – Perspektiven für gebaute Geschichte“ vorgelegt. In diesem Zukunftsprogramm hat die Arbeitsgemeinschaft fünf zentrale Handlungsfelder definiert, die in den nächsten Jahren maßgeblich die kommunale Agenda und die der Arbeitsgemeinschaft bestimmen sollen. Auf Basis des Zukunftsprogramms werden in den kommenden Jahren Themen- und Projektschwerpunkte entwickelt, die den intensive Informations- und Erfahrungsaustausch in der Arbeitsgemeinschaft unterstützen sollen.
„Die vorliegende Publikation zeigt, dass die Identität unseres Landes in diesen Kommunen individuell mit profunder Fachkenntnis, Mut und Liebe zum Detail gepflegt wird. 56 Kommunen – 56 Juwelen!“, befand Michael Groschek, Minister für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen. Trotz der Vielzahl guter Beispiele, sei es umso wichtiger in die Zukunft zu blicken, um das städtebauliche und kulturelle Erbe Nordrhein-Westfalens lebendig zu halten, so der Minister weiter.
Bürgermeister Hermann Temme sagte dazu: „Mit dem Zukunftspapier richten wir den Blick nach vorn, immer mit dem Anspruch, praxisnahe Antworten für eine sich verändernde Welt zu geben, die ihre Wirkungen in historischen Stadtquartieren direkt und unmittelbar entfaltet.“ Man müsse berücksichtigen, dass Digitalisierung, demografische, soziale und gesellschaftliche Veränderungen und ein durchgreifender Wertewandel Trends skizzieren, die auf alle Lebensbereiche und städtischen Räume Einfluss nehmen, erklärte Temme weiter.
Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft, Bürgermeister Christof Sommer aus Lippstadt, unterstrich diese Einschätzung: „Der Erhalt der europäischen Stadt, unseres kulturellen Erbes ist eine Aufgabe, die nur mit Blick auf die Herausforderungen und Veränderungen unserer Gesellschaft zu leisten ist. Wir brauchen lebendige, starke Städte auch im ländlichen Raum, wir brauchen starke Partner in den Kommunen und auf Landes- und Bundesebene. Die Städte und Gemeinden der Arbeitsgemeinschaft wissen das. Wir arbeiten gern, vertrauensvoll und immer an der Sache orientiert eng zusammen“
Unter Schirmherrschaft des Landes Nordrhein-Westfalen wurde die Arbeitsgemeinschaft Historische Stadtkerne im November 1987, die Arbeitsgemeinschaft Historische Ortskerne im Mai 1990 gegründet. Im Juni 2015 fusionierten beide Arbeitsgemeinschaften. Die nun vorliegenden Publikationen würdigen das Engagement aller Mitgliedsstädte und verdeutlichen die Handlungsbedarfe der Zukunft.