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Starkregen

Am 15. Oktober 2019 ereignete sich ein Starkregenereignis, das zu großen Schäden im Stadtgebiet Brakel führte. Besonders betroffen waren die Ortschaften Erkeln, Beller und Hembsen. Dieses Ereignis wurde von der Stadt Brakel zum Anlass genommen, die Auswirkungen von Starkregen und auch mögliche Maßnahmen zur Verminderung von Schäden untersuchen zu lassen. Das Land Nordrhein-Westfalen hat für die Erarbeitung von Starkregenkonzepten ein Förderprogramm aufgelegt, durch das auch diese Untersuchung mit finanziert wird. Die vorliegende Untersuchung bezieht sich auf die Ortschaften Erkeln und Beller, da die Ortschaft Hembsen im Rahmen eines anderen Projekts betrachtet wird.

Starkregenanalyse Erkeln

Am 28. Juni 2021 fand eine Infoveranstaltung für alle betroffenen Bürgerinnen und Bürger statt, in der Bürgermeister Hermann Temme bereits erste Ergebniss der Starkregenanalyse des Büros IWUD aus Höxter vorlegen konnte. In diesem Gutachten wurden Maßnahmen zur Verbesserung der Starkregensituation im Hinblick auf die Ableitung und den Rückhalt des Wassers untersucht. 

Hier konnte durch verschiedene Maßnahmen eine Verbesserung der Starkregensituation im Hinblick auf häufigere Ereignisse nachgewiesen werden. Es bleibt allerdings festzustellen, dass die Starkregengefährdungen nicht allein durch Maßnahmen der öffentlichen Hand reduziert werden können. Es ist sehr wichtig, dass private Eigentümer unbedingt eigene Maßnahmen zum Objektschutz ergreifen. Es ist sehr wichtig, über einen ausreichenden Versicherungsschutz, gerade im Hinblick auf die Elementarschäden, zu verfügen. Die Grundlage für private Schutzmaßnahmen liefern auch die Starkregengefahrenkarten, die ebenfalls Anlage des erstellten Gutachtens „Starkregenrisikomanagement Erkeln“ sind.

Zur Starkregenanalyse wurde durch das Büro IWUD aus Höxter ein Computermodell erstellt, welches die vor Ort gegebenen topgrafischen und hydrologischen Daten beinhaltet. Die Modellergebnisse zeigten eine gute Übereinstimmung mit den Beobachtungen vor Ort, so dass in einem zweiten Schritt Maßnahmen zur Verbesserung der Starkregensituation erarbeitet und untersucht werden konnten.

Bericht zum Starkregenmanagement für die Ortschaften Beller und Erkeln:

Den Bericht zum Starkregenmanagement mit den Kartendarstellungen zur Information der Betroffenen über die Gefährdungslage ihrer Immobilien und die geeigneten Schutzmaßnahmen finden Sie hier.

Erläuterungsbericht zur Analyse der Überflutungsgefährdung bei Starkregen in den Ortsteilen Beller und Erkeln

Hier finden Sie den Erläuterungsbericht zur Analyse der Überflutungsgefährdung bei Starkregen in den Ortsteilen Erkeln und Bellern, der durch das Büro  IWUD Ingenieure für Wasser, Umwelt und Datenverarbeitung GmbH, Höxter im Oktober 2021 erstellt wurde:

Übersichtskarte der gesammen Ortslage mit Darstellung der Ausdehnung der Einzelpläne

Hier finden Sie eine Übersichtskarte der gesammen Ortslage mit Darstellung der Ausdehnung der Einzelpläne. Die jeweiligen Einzelpläne befinden sich zusammengefasst in den unten verlinkenten pdf-Dateien (jeweils eine pdf-Datei mit mehreren Seiten)

Lagepläne - Wasserstände bei einem Regenereignis wie im Jahr 2019 ohne Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Lagepläne mit Dastellung der Wasserstände, welche sich bei einem Ereignis einstellen würden das vergleichbar mit dem realem Regenereignis aus dem Jahr 2019 ist ohne Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Lagepläne - Wasserstände bei einem 100-jährlichen Ereignis ohne Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Hier finden Sie die Lagepläne mit Darstellung der Wasserstände, welche sich bei einem 100-jährlichen Ereignis einstellen würden, sofern die geplanten Maßnahmen nicht umgesetzt werden.

Lagepläne - Wasserstände bei einem extremen Regenereignis ohne Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Hier finden Sie die Lagepläne mit Dastellung der Wasserstände, welche sich bei einem extremen Ereignis (90mm Regen in 60 Minuten) einstellen würden, sofern die geplanten Maßnahmen nicht umgesetzt werden.

Lagepläne - Wasserstände bei einem extremen Regenereignis und Umsetzung der geplanten Maßnahmen

Lagepläne mit Dastellung der Wasserstände, welche sich bei einem Ereignis einstellen würden das vergleichbar mit dem realem Regenereignis aus dem Jahr 2019 ist mit Umsetzung der geplanten Maßnahmen.

Die nachfolgenden Maßnahmen wurden aus der Analyse des Istzustandes und darüber hinaus aus Vorschlägen der Bevölkerung entwickelt:

  • Eine Absenkung der L863 „Neue Straße“ im Ortskern, um so bereits größere Abflussmengen über die Fahrbahn der Ortdurchfahrt abzuleiten.
  • Die Installation eines Rückhaltebeckens im Bereich des Vogelsangbaches, was sich als wirksamste Maßnahme im Hinblick auf die Starkregenbelastung im Ortsteil Erkeln zeigt.
  • Der Rückbau, beziehungsweise die Verkleinerung des Rohrdurchlasses unter der L863 im Bereich des Hellweges, wodurch eine Entlastung des Grabens am Hellweg erzielt werden kann.
  • Der Ausbau des Wassergrabens an der K39, wodurch mehr Wasser durch den Graben abgeführt werden kann und so eine Abströmung in Richtung Ortskern verhindert wird.
  • Eine Ableitung des Wassers von der Straße „Zur Steinbreite“ über die Straße "Am Friedhof" entlang des Friedhofes zur Nethe, was zu einer Reduzierung der Wassermassen in der Bachstraße führt. 

In der Analyse wurden auch weitere Maßnahmen aufgeführt, die nicht rechnerisch untersucht werden konnten, aber eine wichtige Rolle für die Verbesserung der Starkregensituation in Erkeln spielen können:

  • Es sollte eine Sicherung von Heu- und Strohballen vorgenommen werden, um so eine Verstopfung von Brücken und Durchlässen verhindern zu können.
  • Es sollte eine Optimierung des Einlaufgitters und eine Änderung der Bepflanzung im Umfeld des Vogelsangbaches in der Bachstraße erfolgen.
  • Es sollte zudem auf eine Änderung der landwirtschaftlichen Nutzung im Einzugsgebiet hingewirkt werden.

Welche Maßnahmen sind bereits erfolgt?

Direkt nach dem Starkregenereignis 2019 und auch bei der Informationsveranstaltung im Juni 2021 wurde seitens der Landwirtschaftskammer zugesagt, im ständigen Dialog mit den Landwirten über die Änderung der landwirtschaftlichen Nutzungen im Einzugsgebiet zu stehen.

Die Planungen zum Ausbau der Ortsdurchfahrt L 863 wurden sofort gestoppt. Mit dem Landesbetrieb straßen.nrw konnte eine Verschiebung der Maßnahme in das Jahr 2021 vereinbart werden. Zwischenzeitlich ist die Umsetzung dieser Maßnahme erfolgt, wobei eine Absenkung der Fahrbahn berücksichtigt wurde und eine Verbesserung des Starkregenabflusses zur Nethe sichergestellt werden konnte.

Weitere Vorgehensweise:

Es gibt bereits erste Planungen zur Optimierung des Einlaufbauwerkes im Bereich des Vogelsangbaches in der Bachstraße. Die oben beschriebenen Maßnahmen werden hinsichtlich der Durchführbarkeit und Finanzierung untersucht und den politischen Gremien zur Entscheidung vorgelegt.