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10.04.2018
Mit Jugendlichen reden - nicht über sie

Jugendarbeit 2.0

„Heute ist ein guter Tag für die Jugendlichen im Kulturland Kreis Höxter!“ Mit diesen Worten eröffnete Landrat Friedhelm Spieker die Auftaktveranstaltung für das Projekt „Jugendarbeit 2.0“ in der Aula des Berufskollegs Kreis Höxter in Brakel.

Er gab damit ganz offiziell den Startschuss für arbeitsintensive zwei Projektjahre, in denen die Jugendarbeit im Kreis Höxter auf neue Beine gestellt werden soll.

„In Kooperation mit der Projekt Begegnung gGmbH wollen wir die Jugendarbeit im Kreis Höxter jugendgerecht weiterentwickeln“, so Spieker. Das Projekt „Jugendarbeit 2.0“ ist auf eine Laufzeit von zwei Jahren angelegt und legt den Schwerpunkt auf die Beteiligung der Jugendlichen und der Akteure der Jugendarbeit im Kreis Höxter. „Wir wollen mit den Jugendlichen sprechen und nicht über sie“, betonte Spieker. „Ich hoffe sehr, dass die Jugendlichen diese einmalige Gelegenheit nutzen, aktiv an Entscheidungen mitzuwirken, die ihre eigene Zukunft betreffen. Schließlich weiß niemand besser, welche Maßnahmen sinnvoll sind, als die Jugendlichen selbst.“

Vorgesehen ist, dass die Jugendlichen die Inhalte des Projektes mitbestimmen, produzieren und Demokratie kennen und verstehen lernen. „Durch Arbeitskreise, soziale Netzwerke und regelmäßige Treffen werden sie sich untereinander produktiv vernetzen“, erläuterte Projekt Begegnung-Mitarbeiterin Freya Gittel als Leiterin des neuen Projektes. „Darüber hinaus erhalten die Jugendlichen durch das Projekt Unterstützung bei den Kommunikationsprozessen mit politischen Entscheidungsträgern.“

Das Projekt Jugendarbeit 2.0 geht aber auch deshalb neue Wege, weil es drei unterschiedliche Zielgruppen anspricht, die Jugendlichen, die Akteure der Jugendarbeit – ob ehrenamtlich oder hauptberuflich – und die Entscheidungsträger aus der Kommunalpolitik und den Verwaltungen. Landrat Spieker brachte seine Freude zum Ausdruck, dass alle drei Gruppen vertreten waren und appellierte an sie: „Bitte werden Sie Multiplikator und erzählen Sie den Menschen, die heute nicht hier sind, welche Möglichkeiten sich durch unser neues Projekt ergeben.“


Wie die gewünschte Beteiligung konkret aussehen kann, zeigten bei einer angeregten Podiumsdiskussion Sabine Geissler und Sandro Gueli, beide Schüler des Berufskollegs Kreis Höxter in Brakel. Sie nannten beispielsweise vergünstigte Tickets für Bus und Bahn, Workshops für Jugendbetreuer, wie sie mit Verdachtsfällen von häuslicher Gewalt umgehen oder die Unterstützung von Musikvereinen bei der Suche nach Räumlichkeiten zum Treffen und Proben als echten Bedarf. Aber nicht nur sie konnten schon erste Wünsche formulieren, auch alle Teilnehmer hatten beim Markt der Möglichkeiten die Chance, ihre Vorstellungen einzubringen. Projekt Begegnung hatte dazu mit großem Engagement und Personaleinsatz unterschiedliche Stände aufgebaut, an denen man mit viel Spaß und Kreativität seine Ideen äußern konnte.

Welches Potential in den jungen Menschen im Kulturland Kreis Höxter steckt, zeigte sich auch im Rahmenprogramm. Hier begeisterten Daniel Ritzenhoff aus Brakel – er hat im letzten Jahr in Holzminden den Gesangswettbewerb „Vocal Hero“ gewonnen – mit seiner Band „The Big Dan Company“ genauso wie Poetry-Slam-Künstlerin Kristin Kieltsch aus Stahle, die 2016 mit dem Kulturpreis des Kreises Höxter ausgezeichnet worden ist. In ihrem einfühlsamen Text warnte sie vor einer vorschnellen Beurteilung von Jugendlichen aufgrund ihres äußeren Erscheinungsbildes.

Für das Team von Projekt Begegnung beginnt jetzt die Detailarbeit, um mit den drei Zielgruppen im ganzen Kreis Höxter ins intensive Gespräch zu kommen. Möglich wird dies durch die Förderung vom Ministerium für Kinder, Familie, Flüchtlinge und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen. Ansprechpartnerin ist Projektleiterin Freya Gittel, die per E-Mail (f.gittel@projekt-begegnung.de) oder telefonisch (0152 / 04597204) zu erreichen ist. Gern kann man über diese Nummer auch per WhatsApp mit ihr in Verbindung treten. Weitere Informationen gibt es unter: www.jugendarbeit2punkt0.de und #jugendarbeit2punkt0.

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Projekt Jugendarbeit 2.0

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