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Datum: 16.03.2026

Zentrale Wasserenthärtung: Probebetrieb und Inbetriebnahme

Trotz einiger Herausforderungen soll die zentrale Wasserenthärtung in Brakel ab Juli 2026 in Betrieb genommen werden - und damit ein halbes Jahr später als geplant. Die Vorbereitungen laufen derzeit auf Hochtouren, damit im Mai mit einem umfangreichen Probe- und Einfahrbetrieb begonnen werden kann.

Probebetrieb ab Mai und Inbetriebnahme ab Juli 2026 geplant

"Zuletzt war die Fertigstellung für Ende des Jahres 2025 geplant", erklärt Christof Münstermann als technischer Betriebsleiter. Aufgrund der aktuell sehr hohen Auslastung der Fachfirmen, des deutschlandweit zunehmenden Fachkräftemangels und der Lieferschwierigkeiten für bestimmte Baugruppen sei es aber leider zu Verzögerungen in den einzelnen Bauabschnitten gekommen. Diese Hindernisse hätten aber nun überwunden werden und die Verzögerung auf rund sechs Monate begrenzt werden können, so Münstermann.

"Unsere Bürgerinnen und Bürger hatten sich in einer Umfrage bereits 2017 für die zentrale Wasserenthärtung in Brakel ausgesprochen", ergänzt Bürgermeister Alexander Kleinschmidt. "Auch wenn nun eine zeitliche Verzögerung hinzunehmen ist, liegen wir aufgrund der umfangreichen Projektgröße und mit Blick auf die Vorteile der Wasserenthärtung in einem der Maßnahme entsprechenden Rahmen", so Kleinschmidt weiter. Für die Inbetriebnahme der Enthärtungsanlage mussten bereits im Vorfeld zahlreiche zusätzliche Projektmaßnahmen koordiniert und umgesetzt werden. So wurde ein neuer Brunnen an der Trinkwassergewinnungsanlage Ostheim errichtet, neue Leitungen für Roh- und Reinwasser auf insgesamt über drei Kilometern Länge verlegt, ein weiterer Hochbehälter Am Galgenberg erbaut und eine neue Trafostation zur Energieversorgung der Enthärtungsanlage und Kläranlage installiert. Darüber hinaus erfolgte noch eine Modernisierung der Pumpen in den bestehenden Brunnen. Auch für die Versorgung der Ortschaft Schmechten mit enthärtetem Trinkwasser waren gezielte Maßnahmen zu ergreifen, da keine Leitungsverbindung zur Kernstadt bestand. Diese Maßnahmen sichern künftig die zuverlässige Wasserversorgung und den reibungslosen Betrieb der neuen Anlage. Neben den Einsparungen für Reinigungs-, Entkalkungsmaßnahmen und Energiekosten für die einzelnen Haushalte können künftig in Brakel jährlich rund 67 Tonnen Salz vermieden werden, welches nicht mehr für private Enthärtungsanlagen zur Regeneration eingesetzt werden braucht, was Ressourcen schont und der Umwelt zugutekommt."Wir sind wirklich froh, nach den umfangreichen und zeitintensiven Vorbereitungen des Projektes nun bald an den Start gehen zu können", teilt der Vorsitzende des Betriebsausschusses, Raimund Giefers, abschließend mit.

Die Stadt Brakel dankt allen Bürgerinnen und Bürgern für Ihr Verständnis und die Geduld und freut sich, diesen wichtigen Beitrag zu einer verbesserten Trinkwasserqualität bald zum Abschluss bringen zu können!

Wichtige Hinweise für Haushalte mit privaten Enthärtungsanlagen

Mit der Inbetriebnahme der zentralen Trinkwasserenthärtung wird das Trinkwasser künftig bereits im Wasserwerk gezielt aufbereitet. Es erreicht Sie dann mit einem Härtegrad von etwa 8-9 °dH (Grad deutscher Härte) und liegt damit im Härtebereich "weich" bis "mittel". Durch diese Einstellung wird die Kalkbildung in Leitungen und Haushaltsgeräten deutlich reduziert, werden günstige Bedingungen für den Schutz Ihrer Leitungen, Armaturen und Warmwasserbereiter geschaffen, (das Wasser, welches das Wasserwerk verlässt, wurde so aufbereitet, dass es weder kalkabscheidend noch kalklösend wirkt), verringert sich der Reinigungsaufwand im Haushalt spürbar (z. B. weniger Kalkflecken an Armaturen, Fliesen und Gläsern). Eine zusätzliche Enthärtung ist in der Regel nicht mehr erforderlich, eine weitere Absenkung der Wasserhärte unter etwa 8 °dH bietet in Haushalten in der Regel keinen technischen Vorteil. Wenn Sie Ihre private Enthärtungsanlage außer Betrieb nehmen, sparen Sie Wartungs- und Betriebskosten (z. B. Salz, Strom, Service). Wenn Sie Ihre Anlage dennoch weiter betreiben möchten, lassen Sie diese bitte von einem Fachbetrieb auf die neuen Wasserwerte einstellen, um eine Überenthärtung zu verhindern und mögliche Folgeschäden an der Hausinstallation zu vermeiden. Sofern noch Fragen bestehen, senden Sie diese gerne an trinkwasser@brakel.de.

Hintergrundinformationen:

Ab Juli 2026 wird das enthärtete Wasser in den bereits fertiggestellten "Hochbehälter Galgenberg" gepumpt und von dort in das Trinkwasser-Leitungsnetz eingespeist, so dass auch alle Ortsteile mit dem enthärteten Wasser versorgt werden.

Das gewählte Enthärtungsverfahren beruht auf dem System eines Ionenaustauschers, der mit Kohlesäure regeneriert wird (Carbon Dioxide Regenerated Ion Exchanger) das sog. CARIX-Verfahren. Dieses Verfahren zeichnet sich als besonders umweltfreundliches Verfahren aus. So können im späteren Betrieb mit der CARIX-Anlage im Maximum bis zu 180 m3/h enthärtetes Trinkwasser besonders energieeffizient hergestellt werden. Im Vergleich zum Betrieb einer Standard-Enthärtungsanlage (Niederdruck-Umkehrosmose als sog. Nanofiltration) können somit jährlich mehr als 300.000 kWh an Energie (135 t CO2/a) eingespart werden. Verglichen mit dem für Pkw von der EU angestrebten Wert von 95 g CO2 je Kilometer entspricht diese Einsparung durch CARIX einem CO2-Ausstoß von umgerechnet 1,4 Mio. Pkw-Kilometern pro Jahr.

Die Kosten des Gesamtprojektes liegen bei rund 8,2 Millionen Euro.

Die Projektbeteiligten

Enthärtungsanlage:

  • Ingenieur-Büro GUV, Kassel Machbarkeitsstudie
  • IWW Zentrum Wasser, Mühlheim an der Ruhr Pilotversuch
  • Ingenieur-Büro Danjes, Detmold Fachplanung
  • Ingenieur-Büro ITS Ingenieurtechnik Scholz, Essen Elektroplanung
  • Ingenieur-Büro Grage, Herford Statik
  • Ingenieur-Büro bbu, Trendelburg Geologe/Baugrundgutachter
  • Firma Veolia Watertechnologies, Bayreuth Anlagenbau CARIX ®
  • Firma Schönhoff, Brakel Leitungsbau, Stahlbeton- und Behälterbau
  • Firma ESA, Braunschweig Energie und Schaltanlagen
  • Firma. Kessler, Brakel Zimmerei und Dachdecker-Betrieb
  • Firma Rainer Mantel, Bad Karlshafen Stahlbau/Hallenbau
  • Firma SOL, Krefeld Kohlensäure-Tankanlage und Einspeisung
  • Firma Gräper, Marienfeld Schaltschrankbau und Steuerungstechnik
  • Firma G. Kuhfuß, Kalletal Pumpen- und Anlagenbau
  • Firma Steinfelder, Höxter Elektroinstallation

Leitungs- und Brunnenbau:

  • Ingenieur-Büro Turk, Brakel Fachplanung und Bauleitung Leitungen
  • Ingenieur-Büro GUV, Kassel Fachplanung und Bauleitung Brunnen
  • Umweltbüro Lippe, Detmold Wasserecht
  • Ingenieur-Büro Schönhoff, Brakel Leitungsbau
  • Firma Nolte, Warburg Leitungsbau
  • Firma Eugen Engert, Minden Brunnenbau
  • Firma Antenbrink Bau, Beverungen Leitungsbau
  • Firma Wilhelm Bracht, Diemelstadt Tiefbau/Leitungsbau