Sehenswertes
Alte Waage (Am Markt)
Der Überlieferung nach soll dieses Gebäude mit seinem gotischen Steingiebel um 1350 als Stadtsitz der Ritter von Modexen errichtet worden sein.
Berücksichtigt man, dass die Siedlung Modexen in der zweiten Hälfte des 14. Jh's. wüst wurde, so kann diese Entwicklung als Ursache für die Umsiedlung der Modexer Ortsherren nach Brakel angesehen werden. Neben der alten Stadtburg der Edelherren zu Brakel (Am Thy) ist dieser Bau der letzte Rittersitz in der Stadt. Im Jahre 1479 wurde die Alte Waage der Stadt verpfändet und 1553 ihr Eigentum. Bis 1840 befand sich hierin die Stadtwaage. Die einzelnen Stockwerke dienten als Kornmagazin für die Naturalsteuer. 1868 fand eine Restaurierung und ein Umbau der beiden Obergeschosse in Wohnungen statt. Im Erdgeschoss richtete man einen Feuerwehrgeräteraum ein. Nach umfangreichen Restaurierungsarbeiten konnten 1980 Ratssitzungssaal (im 2. Obergeschoss), Stadtarchiv (1. Obergeschoss) und Ausstellungsräume (Parterre) hier eingerichtet werden.
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Annenkapelle ("Ecke Nieheimer Str." / "B 252")
1719 erbaut, über dem Eingangsportal die Inschrift: "Sacellum hoc in honorem Dei et ex singulari devotione erga Sanctam Annam aedificatum Anno 1719."
Zu deutsch: "Diese Kapelle ist zur Ehre Gottes und aus besonderer Liebe zur hl. Anna erbaut worden im Jahre 1719." Weitere lateinische Inschrift im Inneren: "D. O. M. S. et S. Annae Perillustris et generosus D. Hermannus Ludovicus ab Asseburg Capitaneus et D. in Hindenburg cum intima uxore D. Odl. El. ab Haxthausen ex Welda sacellum hoc aedificare post obitum ad implendum dicti D. votum relicta eius D. Maria Elisab. de Schell ex Rechen hoc novum ex ipsius mediis exstrui curaverunt. Ao 1719." Zu deutsch: "Gott dem Allmächtigen und Allerhöchsten und der hl. Anna in Ehren! Der edelgeborene Herr Hermann Ludwig von Asseburg, Drost und Edelherr zu Hindenburg, im Verein mit seiner Ehefrau Odilie Elisabeth von Haxthausen aus Welda, hat diese Kapelle zu bauen gelobt. Nach seinem Hinscheiden hat seine Witwe, Maria Elisabeth zu Schell aus Rechen, sie zur Erfüllung dieses Gelübdes neu aus eigenen Mitteln errichten lassen im Jahre 1719." Seit dem 21. Juli 1700 jährliche Prozession anlässlich des Annenfestes.
Brakel - Ortsteil Bellersen
Der staatlich anerkannte Erholungsort Bellersen präsentiert sich unter dem Leitgedanken "Natur und Kultur auf dem Dorf".
Gefördert durch das Land NRW hat man sich ganz dem naturnahen und sozialverträglichen Tourismus gewidmet. Der Gast findet hier einen "Erlebnislehrpfad zur Entfaltung der Sinne" nach Hugo Kückelhaus ebenso wie einen "Agrarhistorischen Rundwanderweg"; im Werkhaus kann man seine Kreativität ausleben. Dorfteich, Wassertretbecken, Reit- und Wanderwege sowie Radwege sind selbstverständlich. Äußerst interessant geht es in der Dauerausstellung "Das Urdorf" und im Dorfmuseum zu, wo seit Herbst 1998 auch das viele Obst der umliegenden Streuobstwiesen zu Hochprozentigem verarbeitet wird. Eine weitere Edelobstbrennerei und ein Steinofenbackhaus befinden sich unterhalb des Wohnmobilhafens. Kaltblutpferde, alte Rinder- und Schweinerassen auf der Weide und Kutschfahrten laden den Romantiker ein. Als einer der schönsten Plätze Deutschlands gilt unter Fachleuten der Wohnmobilhafen "Mühlengrund". Ganz Mutige können eine der größten Imkereien Deutschlands besichtigen. Literaturfreunde wissen, dass Bellersen als "Dorf B." der "Judenbuche" der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff internationale Berühmtheit erlangt hat. Die Edelobstbrennerei ist Außenstelle des Westfalen Culinarium in Nieheim.
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Brakel - Ortsteil Bökendorf
Der Bökerhof in Bökendorf war im 19. Jh. Mittelpunkt des "Romantikerkreises" mit Annette von Droste-Hülshoff, den Brüdern Grimm, Clemens von Brentano und Josef von Görres.
Seit über 50 Jahren führt ein aktives Amateurschauspieler-Ensemble auf der Freilichtbühne Bökendorf Märchenspiele und andere Kinderstücke sowie Schauspiele, Komödien und Musicals für Erwachsene auf. Eine überdachte Zuschauertribüne ermöglicht Freilichttheater bei jedem Wetter. Modernste Ton- und Beleuchtungstechnik sorgen für eine optimale Akustik und lassen vor allem Abendvorstellungen zu einem Erlebnis werden. Für die Besucher stehen Parkplätze in ausreichender Anzahl zur Verfügung, auch für Busse. Seit einigen Jahren befindet sich die Freilichtbühne Bökendorf unter den deutschen Freilichtbühnen in der Spitzengruppe der Besucherstatistik. Im Bökerhof hat sich ein kulturelles Kleinod der besonderen Art etabliert: Die Bökerhof-Gesellschaft e.V., eine der wichtigsten Literaturgesellschaften Westfalens, unterhält dort ein sehenswertes Literaturmuseum und veranstaltet im Sommer sehens- und hörenswerte Lesungen, Konzerte und Sonder-Ausstellungen. Die umfassenden kulturellen Angebote der Freilichtbühne und des Literaturmuseums im Bökerhof wurden 1997 mit der Anerkennung Bökendorfs als "Kulturmusterdorf in OWL" gewürdigt.
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Brunnen auf dem Marktplatz
Der Brunnen mit den zugehörigen Bronzefiguren auf dem Marktplatz wurde 1988 von dem aus Brakeler Ort Beller stammenden Aachener Künstler Hubert Löneke geschaffen. Im Zentrum des im Durchmesser 3,50 m großen Brunnens baut sich vor dem Betrachter eine 3 m hohe, aus 35 Einzelplatten bestehende Sandsteinsäule auf, von der das Wasser in das Brunnenbecken abläuft. Die beiden Figurengruppen auf der Brunneneinfassung zeigen Begebenheiten aus der Brakeler Märchen- und Sagenwelt: "Dat Mäken von Brakel" der Brüder Grimm und "De Fruggensteye in Brokel" aus dem Buch "Niu lustert mol!" von Richard Knoche (1958).
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Kloster Mariae Opferungstal - Brede (Bredenweg / Im Winkel)
Die Brede ist heute ein privates Gymnasium sowie ein Berufskolleg (Träger: Stiftung Gymnasium und Berufskolleg Brede in Brakel).
Versteckt daneben liegt das Kloster "Brede", gegründet 1483. (www.kloster-brede.de) Beide Institutionen sind traditionelle Bildungsträger für Stadt und Umland mit weitem Bekanntheitsgrad. Die beiden Brüder Bernhard und Dietrich von Asseburg stellten 1483 ihre Grundstücke auf der Brede zu einem Klosterbau zur Verfügung und halfen auch finanziell bei der Errichtung. Bischof Simon von Paderborn bestätigte 1490 diese Gründung der Augustinessen, genehmigte den Bau eines eigenen Oratoriums und erteilte dem Schwesternhaus den Namen "Mariae Opferungstal". In Verpflichtung gegenüber ihrem Stifter bzw. dessen Nachkommen lieferten sie jährlich eine Rolle gebleichte Leinwand aus eigener Herstellung auf die Hinnenburg. Neben einem Gymnasium unterhielten die Armen Schulschwestern v. U. L. Frau des Klosters Brede früher noch verschiedene Formen des beruflichen Schulwesens, ein Internat und einen Kindergarten. In unmittelbarem Vordergrund dieses Standortes kann man noch den Lauf des alten Stadtgrabens verfolgen, der früher einmal vollständig die Mauern umgeben hat; heute sind hier Gärten angelegt.
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Brakel - Ortsteil Gehrden
Gehrden, am Osthang des Eggegebirges gelegen, verfügt über ein Feriendorf, ein Gästehaus (Eröffnung 2008), eine Tennis- und Minigolfanlage, einen Obstbaumlehrpfad, einen Gewässerlehrpfad und einen Hudewald.
Die Pfarrkirche St. Peter und Paul, ehemalige Stiftskirche des 1142 gegründeten Benediktinerinnenklosters, wurde ca. 1150 - 1190 als romanische Pfeilerbasilika mit barocker Ausstattung, Querhaus, Chor und Westbau erbaut und beherbergt das größte historische Glockengeläut Westfalens. Die Klostergebäude, Dreiflügelanlage mit Quadrum, in repräsentativem, ländlichem Barock gehalten, werden in der 2. Hälfte des 17. Jhdts wieder hergerichtet. Per Dekret des Königs von Westfalen, Jérôme, wird das Kloster 1810 aufgehoben, an den Grafen Bocholtz verkauft und 1815/16 zu einem klassizistischen Schloss umgebaut. Das heutige Schloss beherbergt ein Familienerholungsheim (Träger: Familienerholungswerk im Erzbistum Paderborn e.V.). Im Schlosspark kann man die ca. 800 Jahre alte Apostellinde bewundern. Gehrden errang beim Bundeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden 1998" die Goldmedaille und gilt somit als einer der schönsten Orte Deutschlands.
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Haus des Gastes (Am Markt)
Grabungsfunde des Jahres 1982 legten Teile eines älteren massiven Steinbaus aus dem 13./14. Jahrhundert im Inneren des Vorderhauses frei. Zusammen mit der gegenüberliegenden Alten Waage und dem Rathaus bildete er ein typisch mittelalterliches Ensemble.
In späterer Zeit wahrscheinlich Nutzung als Gilde- bzw. Zunfthaus, danach Ackerbürgerhaus. Die in der Front hervorgehobene Jahreszahl 1571 weist auf den Wiederaufbau nach einem der vielen Stadtbrände hin. Im Jahre 1769 befindet sich das Haus im Besitz des Brakeler Bürgermeisters Ludovici und wird wirtschaftlich genutzt (Scheune, Schweine- und Schafstall im hintern Hofbereich). Zwischen 1796 und 1805 Anbau des hinteren Fachwerkgebäudes. Darin nach innen gewendet der heute sichtbare Balken 1982 freigelegt. WILHELMUS LUDOVICI GOGRAFF ANNO 1673. Später im Besitz der Familien Ludovici u. Carl Brüning. Im Jahre 1820 Erneuerung des Eingangsportals. FRIEDERICUS EISENLE JOSEPHA BRÜNING 1820 verbleibt in der Familie bis zum Erwerb durch den jüdischen Kaufmann Salomon Lobbenberg (1893), der es 1897 an den Kaufmann Meyer Rothenberg weiterveräußert. Im Jahre 1943 Beginn der Enteignung als jüdischer Besitz, 1944 Übertragung auf die Stadt Brakel. Nach erfolgter Rückgabe 1981 aufgekauft und zum Haus des Gastes umgestaltet. Heute beherbergt das Haus die Tourist Information, die Volkshochschule, das Jugendmusikwerk und das Stadtmuseum Brakel.
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Hinnenburg (nur von außen zu besichtigen)
Nördlich von Brakel auf einer 282 m hohen Bergkuppe gelegen; 1237 erstmals urkundlich erwähnt als Wohnsitz des Ritters Berthold von Brakel; kommt über die weibliche Linie in den Asseburger Besitz.
Die Hinnenburg mit den zugehörigen Gütern fiel an Burchard von der Asseburg, der sich 1280 Besitzer und Herr der Hinnenburg nennt. Seit diesem Zeitpunkt ist die Hinnenburg fast ohne Unterbrechung im Besitz der Familie von der Asseburg geblieben. Der heute zu sehende Ausbau geht im wesentlichen auf das 17. und 18. Jh. zurück. Hauptgebäude Renaissance (Barock), dreigeschossig, mit Eckturm nach Süden. Im Innern reiche Stuckarbeiten. Berühmt das Asseburger Archiv (nicht zugänglich).
Jüdischer Friedhof
Der jüdische Friedhof ist in besonderem Maße Zeugnis israelitischer Glaubensgrundsätze. Ein Kernpunkt von diesen ist der Glaube an die leibliche Auferstehung am Tage des Jüngsten Gerichts. Daraus folgt, dass es keine Ruhefristen für Gräber gibt; der Friedhof bleibt auch dann noch dauerhaft erhalten, wenn er für Beerdigungen nicht mehr genutzt wird.
Seit dem Jahre 1704 kann in Brakel eine jüdische Gemeinde nachgewiesen werden. Dieser stand ab 1829 in der Kernstadt eine Synagoge zur Verfügung. Der jetzige Friedhof am Hembser Berg - 1853 hier angelegt - hatte einen älteren Vorläufer in der Gegend der heutigen Klöckerstraße. Die erste Beisetzung auf dem Friedhof fand 1854 statt, die letzte im Jahre 1949.
Im Jahr 2005 hat die Stadt Brakel eine Dokumentation der Grabinschriften mit Fotoaufnahmen der Grabsteine zusammen gestellt. Diese Dokumentation entstand aus dem Bedürfnis heraus, der interessierten Leserschaft den jüdischen Friedhof am Hembser Berg in Brakel vorzustellen und die einzelnen Grabstätten in Wort und Bild zu erfassen. Die Zusammenstellung kann nachfolgend als PDF-Dokument (ca. 8.6 MB) herunter geladen werden.
Kaiserbrunnen / Kaiser-Wilhelm-Hain
Der Kaiserbrunnen Brakel ist eine staatlich anerkannte Heilquelle. Der Eisen-Säuerling des Brunnens zeigt Heilerfolge bei Nierensteinleiden, Erkrankungen der Harnwege, Blutarmut und Gicht.
Geschaffen wurden der Brunnen, der bei Probebohrungen entdeckt wurde, und der Hain um 1900 durch die Anstrengungen des damaligen Brakeler Bürgermeisters Julius Koberg und dem von ihm gegründeten Brakeler Verschönerungsvereins (Vorläufer des heutigen Heimat- und Museumsvereins).
Der Brunnen und der Hain sind ein vielbesuchtes Ausflugziel, und die Anlagen des Verschönerungsvereins blieben im wesentlichen bis 1950 erhalten. Danach erst erfolgt der Ausbau zum Kurgebiet.
Vom Leben der Stadt ganz getrennt erstreckt sich der Kurpark Kaiserbrunnen am Fuße der Hinnenburg. Der östliche Teil des Kurparks ist in seinem natürlichen Zustand belassen worden, der einzige Eingriff war die Anlage von Gehwegen und des Ehrenfriedhofes. Zum Teil findet man hier noch unter hohen Baumgruppen mit reichem Unterholz fast undurchdringliches Strauchwachstum - eine Fundgrube für den kundigen Botaniker. Hier singen eine große Anzahl der verschiedensten Vogelarten.
Der westliche Teil wurde im Laufe der letzten Jahre nach landschaftsgärtnerischen Gesichtspunkten neu angelegt und gestaltet. Hauptanziehungspunkt sind außer der staatlich anerkannten Heilquelle Kaiserbrunnen der Teich mit einer Fontäne und der See mit einer Wasserfläche von 25.000 m². Eine Tennisanlage, der Trimmpfad und ein Minigolfplatz fügen sich harmonisch in die Anlagen ein. Während der Sommermonate finden im Kurpark Kaiserbrunnen Kurkonzerte statt.
Eine ausgewogene Landschaft mit Äckern, Bäumen und Kleinbiotopen findet man in der unmittelbaren Umgebung der Altstadt wieder. Mit dem Fahrrad oder zu Fuß sind die Ortschaften in absehbarer Zeit zu erreichen. Das ländliche Flair der historisch gewachsenen Dorfkerne und die schöne Landschaft dienen zur Erholung. Rundwanderwege um Ortschaften erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Eine Hilfestellung für Naturfreunde leistet das neue Brakeler Bergland Wanderwegesystem. An markanten Punkten, wie Parkplätzen, Schutzhütten und Sehenswürdigkeiten sind zudem Informationstafeln angebracht.
Kapuzinerkirche (Ostheimer Str.)
Um die Barockfassade der Kapuzinerkirche in ihrer vollen Wirkung optisch aufnehmen zu können, empfiehlt sich ein Standpunkt oberhalb der Kirche. Sie wurde in den Jahren 1715-18 als das erste große Werk von Johann Conrad Schlaun erbaut.
Die auffallend schlichte Barockfassade erklärt sich dadurch, dass der Pater Provinzial einen ersten prächtigeren Entwurf Schlauns abgelehnt hatte. Gerade aber in dieser Vereinfachung zeigt er sein Können: Die Ausgewogenheit der Flächen. Über dem Portal ist das Wappen des Erbauers, Fürstbischof Franz Arnold von Metternich zu sehen. Der Bau selbst hat eine einschiffige, vierjochige Grundkonstruktion. Die drei Altäre weisen auf Renaissance und Barock hin, stammen aus dem 18. Jh., aus Holz errichtet, mit Säulenaufbauten. Das Klostergebäude schließt sich an der Westseite an. Die Kapuziner hatten ihr Mandat zur Klostergründung in Brakel am 17.11.1644 erhalten, traten dieses am 24.08.1645 an und übernahmen die noch aus älterer Zeit bestehende Hospitalkirche für ihren Gottesdienst, bis ihnen Franz Arnold den jetzigen Barockbau errichten ließ. Die Hospitalkirche ihrerseits gehörte zum 1304 erwähnten Hl.-Geist Hospitals, das die Armen und Kranken der Stadt versorgte. Hier fand auch noch im Jahre 1604 evangelischer Gottesdienst statt. Diesen Klosterbezirk kann man links der Kapuzinerkirche noch erkennen. Seit dem Jahre 1911 befindet sich die Kirche im Besitz der kath. Kirchengemeinde, da die evangelische Gemeinde - bis dahin Mitbenutzer - die neugotische Auferstehungskirche an der Bahnhofstraße erbaute.
Mehr Informationen über Johann Conrad Schlaun ![]()
Kath. Pfarrkirche St. Michael (Kirchplatz)
Die Kirche, von der ein Vorgängerbau - Saalkirche mit eingezogenem Rechteckchor - aus dem 9. bis 12. Jahrhundert bei der 1998 erfolgten Restaurierung ergraben wurde, ist im Laufe der Jahrhunderte vielfach umgebaut und erweitert worden.
In der ersten Bauphase wurde sie als eine romanische Pfeilerbasilika mit einschiffigem Querschiff und drei Apsiden errichtet (Bauherr nach Pöppel war Werner von Brakel 1158). Die erste Veränderung erfolgte unter dem baufreudigen Pfarrer Berthold von Berg (1280-1345), der die romanische Apsis niederreißen ließ und das gotische Hochchor errichtete (2. Bauphase). Wahrscheinlich hat er auch das einfache romanische Satteldach des Turmes durch einen gotischen Turm ersetzt. Die nächste Erweiterung brachte den Ausbau des südlichen Seitenschiffes (3. Bauphase; wohl nach Brand 1517). Im 19. Jahrhundert wurde der Turm abgebrochen und durch einen neuen ersetzt, der vor den alten gesetzt wurde. Es gibt wohl kaum eine Pfarrkirche im ehemaligen Hochstift Paderborn, für die so früh das Vorhandensein einer Orgel bezeugt ist wie in Brakel. Die erste Erwähnung einer Orgel im Brakeler Pfarrarchiv datiert aus dem Jahre 1349. Die Orgeltüren oder -flügel bestehen aus vier Ölgemälden auf Leinwand, Vorder- und Rückseite, die erst anlässlich der Restaurierung wieder aufeinander gebracht und auf ihre ursprüngliche Form zurückgeführt sind. Auf den farbigen Innenseiten sieht man die Verkündigung und Geburt Christi, auf den Außenseiten je zwei Evangelisten. Die Malerei auf den Flügeln stammt im ersten Stadium von Gerdt Strotmann (aus 1585). Die Bilder wurden 1683 von dem flämisch geschulten Hofmaler Ferdinands von Fürstenberg (1661-1683 Fürstbischof von Paderborn), dem aus Brakel stammenden JOHANN GEORG RUDOLPHI, übermalt. Anlass war wohl der gewandelte Zeitgeschmack. Die beiden doppelseitig bemalten Orgelflügel von Brakel sind die einzigen ihrer Art in Westfalen.
Weitere Sehenswürdigkeiten sind die Kanzel (1622 von den Erben des Balthasar Hatteisen gestiftet), der steinerne Hochaltar (1748 gestiftet), der Grabstein derer von Asseburg und Haxthausen.
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Gasthaus "Zur Meierei"
Zweigeschossiges Fachwerk-Giebelhaus mit doppelt vorragendem Giebel. Dach noch mit Sollingsandsteinplatten. Ursprünglich Verwaltungsgebäude der "Sepker Meierschaft" - Hudegenossenschaft benannt nach der Wüstung Sebeke im Nordwesten der Stadt. Heutiges Gebäude von 1763. Inschrift "Arbeite und sei nicht faul, gebratene Taub fliegt nicht ins Maul. Anno 1763, renoviert 1983 und 2006.
Der Westdeutsche Rundfunk hat in einer Fernsehsendung (WDR Lokalzeit OWL aktuell) am 21.04.2007 über das Gasthaus "Zur Meierei" berichtet. Auf der nachfolgenden Seite finden Sie Informationen über diese Sendung.
WDR Lokalzeit OWL aktuell: Bericht "Zur Meierei" ![]()
Metbrunnen
Der islamische Gesandte Ibrahim ibn Ahmed at Tartuschin, der im Jahre 973 Kaiser Otto I. in der Merseburger Pfalz einen Besuch abgestattet hatte, passierte den Ort Schmechten auf seinem Heimweg nach Spanien und trank aus dem Hongquell, den er anschließend auf einer Rast in Paderborn folgendermaßen beschrieb: Dort gibt es eine wundervolle Wasserquelle, Honigquelle genannt. Sie befindet sich auf einem Berg in der Nähe des Waldes. Ihr Wasser schmeckt anfangs wie Honig, dann aber hat es einen galligen Geschmack, den sie von den Bäumen, die ringsum wachsen, angenommen hat.
Diese Quelle, Metbrunnen genannt, ist ein Mineralsäuerling, und dessen Wasser eignet sich zu Trinkzwecken. Ein modernes medizinisches Gutachten bescheinigt der Quelle Heilanzeigen bei Nierenleiden, Gicht und Magengeschwüren, um nur einige der Wirkungen zu nennen.
Seine Blütezeit hatte der Metbrunnen unter dem Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Der Fürstbischof trank täglich von dem Wasser, wenn er auf seinem Sommersitz in Dringenberg weilte. Er und seine Gelehrten haben den Brunnen nach der Manier der Zeit sogar in begeisterten Oden besungen.
Als sich das nahe Driburg zu einem überregional bekannten Kurort entwickelte, verlor der Schmechtener Brunnen jedoch seine einstige Bedeutung. Heutzutage gibt es zwar kein geschäftiges Getümmel am Rande des Beckens mehr, aber in den Sommermonaten wird das perlende Wasser gerne an der Quelle getrunken und auch mitgenommen.
Modexer Turm
Der Name stammt von der nahe gelegenen Höfegruppe Modexen (Modekessen) ab, die Mitte des 14. Jh. wüst fiel.
Der Turm ist Teil der mittelalterlichen Befestigungsanlage von Brakel, der sogenannten Landwehr, die in einiger Entfernung zur eigentlichen Stadtbefestigung (Wall, Graben und Stadtmauer) gelegen waren. Diese vorgelagerten Türme mit 2-3 Etagen waren mit Wächtern besetzt. Sobald die Vorposten einen Feind erspähten, schlossen sie die schweren Schlagbäume, zogen sich in das Innere des Turms zurück und gaben den Türmern der Stadt in der Nacht durch Feuer, am Tag durch Fahnen ein Zeichen, dass Gefahr im Anzug sei.
Der Modexer Turm gehörte nicht zur eigentlichen Landwehr, sondern befand sich auf einem Höhenzug näher bei der Stadt und wurde wahrscheinlich als Wachposten zur Signalübertragung im Angriffsfall errichtet.
Der Modexer Turm wird erstmals 1383 in einer Urkunde der Stadt Brakel in Zusammenhang mit einem Grundstückverkauf genannt.
Consolatrix afflictorum (Trösterin der Betrübten)
Mutter Gottes im Wasser (an der B252)
Die "Muter Gottes im Wasser" ist zwischen Brakel und Nieheim (an der B252, in der Nähe der Abfahrt Bellersen/Marienmünster) gelegen, im Schatten einer kreisrunden Pflanzung von Ulmen und Eichen. Hier durchfließt der Heberbach die Stelle und wird zu einem kleinen Teich gestaut in dessen Mitte auf einer Insel die Heiligenfigur steht.
Geschichte zur Errichtung des Standbilds:
Als einer der Söhne der verstorbenen Gräfin Franziska im Jahr 1861 auf der Reise nach Paris war, erhielt er am Rhein die unerwartete und erschütternde Nachricht, dass seine Mutter in der Heimat schwer erkrankt sei. Von Besorgnis und Schmerz ergriffen, gelobte er der "Trösterin der Betrübten" eine Bildsäule errichten zu lassen, wenn die Mutter wieder gesund werde. Das Gebet des Sohnes fand Erhörung: Die Kranke erholte sich und lebte noch weitere 18 Jahre. Hoch erfreut ließ der junge Graf, nachdem er in die Heimat zurückgekehrt war, die prächtige "Consolatrix afflictorum" mit der deutschen Inschrift: "Tröste die Herzen, lind´re die Schmerzen, hilf uns, hilf uns, Maria!" an diesem besonderen Ort aufstellen.
Rathaus (Am Markt)
Es stammt in seinen Ursprüngen aus dem 13. Jahrhundert, hatte damals den Eingang weiter zurückliegend, besitzt einen mit Vierpässen durchbrochenen Treppengiebel und ein beachtenswertes Portal an der Südseite im Renaissance-Stil aus dem Jahre 1573 mit Korbbogen und verzierter Quadereinfassung.
Tritt man näher heran, erkennt man unter dem rechten Fenster eine um 1400 entstandene Inschrift, die früher im städtischen Rats- und Weinkeller (im Rathaus) angebracht gewesen sein soll. Was früher als Mahnung an die Gäste gedacht war, kann heute noch übertragen gelten: (Übersetzung) "Zu allererst seid bestrebt, den Willen Gottes zu achten! Und überhaupt: Respektiert die Obrigkeit als Träger öffentlicher Gewalt! Dann bleiben Land und Leute bei den Menschen in hohem Ansehen". Im Kontrast dazu steht die Inschrift auf der linken Seite des Rathauses, die - ohne dass man übersetzen müsste - sehr eindeutig das Selbstvertrauen Brakels dokumentiert. Das Original befand sich am stärksten Tor der Stadt, dem Thytor.
"O Brokel Du Bist Erenprys; Wo Findt Men Dynes Gliken? In Düdschland So Ne Stad Ni Is; Se Mött Dy Olle Wyken."
Deutsch: "O Brakel du bist Ehrenpreis; Wo findet man deinesgleichen? In Deutschland gibt es nicht noch so eine Stadt; Sie müssen dir alle weichen."
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Rolandsäule (Am Markt)
Bis zum Jahre 1896 stand sie an wechselnden Standorten auf dem Rathausplatz.
Die in gotischer Form aus Stein gearbeitete Säule stammt, kunsthistorisch gesehen, aus dem 14. Jahrhundert, hat eine Gesamthöhe bis zur Fahnenspitze von 5,45 m und einen Durchmesser von 0,49 m. Wahrscheinlich diente sie als Ausdruck des städtischen Marktrechts und wurde später auch als Pranger benutzt. Die Bezeichnung "Rolandsäule" ist wahrscheinlich vergleichbaren Beispielen aus anderen Städten (Bremen!) entlehnt.
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Schloss Rheder (Nethetalstr.)
Das Schloss wurde im Jahre 1750 erbaut. Das Herrenhaus zeigt sich von außen äußerst schlicht, deutet nur kurze Seitenflügel an.
Als besonders herausragend gilt das Treppenhaus. Ferner finden sich hier reich stuckierte Rokokoräume, von den gleichen Meistern ausgestattet wie die Schlösser Schwarzenraben und Hinnenburg. Besonders schön der oktogonale Mittelsaal, unter der Decke mythologische Darstellungen, an den Wänden Familienporträts. Hier können auch standesamtliche Eheschließungen vorgenommen werden. In einem Kabinett noch sehr schöne Chinatapete aus 1770 erhalten. In der Hauskapelle Bild zur Erinnerung an Johann Moritz von Mengersen, der unter Prinz Eugen bei Belgrad in türkische Gefangenschaft geraten sein soll. Die Vorburg erstreckt sich hufeisenförmig um das dahinterliegende Schloss; ursprünglich handelte es sich hier um eine Wasserburg. Der Stifter der Kirche, Burchard von Mengersen, ließ zur selben Zeit (wahrscheinlich ebenfalls durch Johann Conrad Schlaun) die Wirtschaftsgebäude des Schlosses neu aufführen. Die Straßenfront erstreckt sich über fast 130 Meter und wird durch die mittlere Durchfahrt und die seitlichen Achteckpavillons harmonisch gegliedert. In den Jahren 1968 bis 1973 wurde das Dach neu eingedeckt mit Wesersandsteinplatten, 1974/75 das Bauwerk verputzt und mit gelbem Farbanstrich versehen. In der Vorburg befindet sich ein kleines Husarenmuseum sowie seit über 300 Jahren eine Privatbrauerei. In der Organgerie des Schlosses kann man in Gruppen "wie zu Kaisers Zeiten feiern". Der Schlosspark wurde von Joseph Bruno von Mengersen in Form eines englischen Gartens angelegt. Der Park geht allmählich in den Wald des Siesebergs über. Die Wasserläufe, Teiche, Baumgruppen und Einzelbäume, eine Begräbnisstätte der Familie von Spiegel setzen ständig neue Akzente. Die Ansammlung alter Baumriesen - mehrhundertjährige Eichen und Buchen - waren mit ein Grund, den Park 1949 zum Naturschutzgebiet zu erklären. Seit 2007 gehört der Park zum Europäischen Gartennetzwerk EGHN und zählt somit zu den schönsten Gärten Europas. Die Künstler Henri Coole und Jenny Holzer schufen im Park auf den dort liegenden Baumriesen mit eingeschnitzten Gedichten ein vergängliches Kunstwerk, das Kunstkenner aus der weiten Region anzieht.
Mehr Informationen über den Schlosspark Rheder finden Sie hier. ![]()
Speicherhaus (Königstr.)
Das heutige Haus stammt aus dem Jahre 1821, hatte aber an dieser Stelle mehrere Vorbauten.
Ein weiter vorne stehendes wurde 1798 dem Juden David Soistmann verpfändet, dieser ließ es seinem Sohn Zadok David überschreiben, was im Jahre 1804 von der Stadt bestätigt wurde; aufgrund der rechtlichen Sonderstellung der Juden zu dieser Zeit kann man aber nicht von Eigentum sprechen. Aus der an der Gebäuderückseite befindlichen Hausinschrift "ZAD SUDHEIM HANA WEILER 1821" erkennt man, dass man inzwischen den Beinamen Sudheim nach einer Brakeler Flurbezeichnung angenommen hatte, wie es durch die französische Emanzipationsgesetzgebung (1808) Pflicht geworden war. Der Sohn Moses Sudheim zog im Rahmen der allgemeinen Wanderung ins Ruhrgebiet (Industrialisierung); der Name Sudheim taucht verstärkt im Essener Raum auf. 1875 kommt das Haus in den Besitz der Familie Schulze und 1978 an den heutigen Besitzer Gomolka.
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Sandsteinstelen an den ehemaligen Stadttoren
An den vier Standorten der ehemaligen Brakeler Stadttore befinden sich seit dem Jubiläumsjahr 2004 jeweils stattliche Sandsteinstelen aus gelben Steinquadern. An ihnen sind quasi als "Fortsetzungsgeschichte" Daten zur Stadtgeschichte angebracht.
Die erste der vier Stelen wurde am "Hanekamp" in Brakel aufgestellt, dort wo sich einst das "Hanekämper Tor" befand. Die zweite Stele wurde "Am Thy" errichtet. Die dritte Stele in der "Königsstraße" und die Vierte in der "Ostheimer Straße". Diese vier Stationen sollen die Geschichte von Brakel in chronologischer Reihenfolge erzählen, beginnend im Jahr 836, als Brakel zum ersten Mal als "villa brechal" urkundlich erwähnt wird. Außerdem sollen sie an das Stadtjubiläum 1.175 Jahre Brakel und 775 Jahre Stadtrechte Brakel erinnern.
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